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Trauermarsch für Haas-Häuser in Hann. Münden

Demo gegen Leerstand Trauermarsch für Haas-Häuser in Hann. Münden

Selbst die Hunde haben Trauerschleifen getragen. 200 Bürger demonstrierten am Sonnabend in Hann. Münden gegen den jahrelangen Leerstand von sieben stadtbildprägenden Fachwerkhäusern. Karl-Herbert Haas, ein Unternehmer aus Bad Orb, verlangt 1,5 Mio. Euro für die Gebäude, findet aber keinen Käufer.

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Pawel Morkisz (links) und Hermann Staub auf der unteren Langen Straße in Hann. Münden.

Quelle: Hinzmann

Hann. Münden. „Es ist eine Affenschande, dass Haas nicht die Förderungen während der Altstadtsanierung genutzt hat“, ärgert sich Siegfried Lotze. Der Lehrer aus Veckerhagen war an 15 Gutachten zu Mündener Fachwerkhäusern, darunter auch Haas-Gebäuden, beteiligt. „Die Bäder müssen auf modernen Stand gebracht werden, nach hinten heraus sollten die Wohnungen Balkone erhalten, und der Brandschutz ist zu gewährleisten“, sagt er. Dann ließen sich die Häuser alle „gut vermieten“.

 

Auf die Beteuerung von Haas gegenüber dem Tageblatt, er lasse die sieben Gebäude nicht verfallen, reagiert Lotze skeptisch. Dazu sei es nötig, die Häuser regelmäßig auf kaputte Fenster oder herabgefallene Ziegel zu kontrollieren. Lotze: „Wenn Wasser eindringt, bildet sich rasch Hausschwamm. Dann wird es richtig teuer.“ Bei den Haas-Häusern gebe es zum Teil offene Fenster. Im Bestand gefährdet sei das Gebäude in der Langen Straße 15, wo er vor Jahren bei einer Begutachtung in einen morschen Balken ein Brecheisen der Länge nach habe hineinschieben können. „Passiert ist seither nichts“, sagt Lotze.

 

 

Auf 1,5 Mio. Euro schätzt die Bürgerinitiative „Die Denkmalaktivisten“, die den Trauerzug ausgerichtet hat, die Sanierungskosten pro Gebäude. „Das lässt sich stemmen, wenn sich Bürger zusammenschließen“, meint Demonstrant Klaus Marquardt. Er hat mit anderen eine Genossenschaft gegründet. Sie richtete eine für 20.000 Euro erworbene Brandruine in der Speckstraße 7 wieder her.

 

„Mir fehlt die Phantasie, um Herrn Haas zu verstehen“, erklärt Jens Herbort, Vorstand der Mündener Gilde. Die Werbegemeinschaft stehe hinter den Denkmalaktivisten. Die Initiative sei unter anderem von Gilde-Vorstand Patricia Kenar gestartet worden.

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