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23000 Euro vor Verteilung an Bedürftige in Göttingen geklaut

Trickdieb stiehlt Geld aus der Treuhand-Verwaltung 23000 Euro vor Verteilung an Bedürftige in Göttingen geklaut

Es trifft die Ärmsten der Armen, jene Obdachlosen, die nicht einmal ein Konto haben und die sich von der Straßensozialarbeit kleine Beträge holen, um überleben zu können. Ihr Geld, das von den Behörden an den Förderverein Straßensozialarbeit (Straso) treuhänderich verwaltet wurde, ist weg: 23000 Euro insgesamt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Tat ereignete sich am vergangenen Mittwoch gegen 12.30 Uhr vor einer Göttinger Bank. Ein Unbekannter im blauen Trainingsanzug und Turnschuhen spricht einen der beiden ehrenamtlichen Helfer der Straso an. Die Mitarbeiter haben gerade Geld abgehoben, um es an rund 100 Bedürftige, die Leistungen vom Staat bekommen, aber kein Konto haben, austeilen zu können. 23000 Euro sind für diese Menschen im laufenden Monat nötig. Diese Summe, alles in kleinen Scheinen, befindet sich in einer Geldtasche.

Der Trickdieb verstrickt einen Mitarbeiter in ein Gespräch über das Auto, in dem die Straso die Fußgängerzone der Weender Straße befährt. Derart abgelenkt, lässt dieser die im Auto liegende Geldmappe aus dem Augen - das Geld ist danach weg. Wie genau das passieren konnte, das will der Vorstand lieber nicht berichten, hat es aber der Polizei angezeigt. Die schließt auch einen zweiten Täter nicht aus. Sie sucht einen 30 bis 35 Jahre alten, 1,70 Meter großen Mann mit schwarzem Haar und ausländischem Akzent. Zeugenhinweise werden unter Telefon 0551/4912115 erbeten.

Die Polizei ist nach der Tat sofort gerufen worden, kann den Bestohlenen aber keine Hoffnung machen. Ihren Helfern macht der Vorstand der Straso-Förderer keinen Vorwurf. Es seien "altbewährte Ehrenamtliche", die schon seit fast einem Jahr immer wieder das treuhänderisch verwaltete Geld abgeholt haben.

Nötig ist die hohe Summe, weil gut 100 Menschen, viele Obdachlose oder solche, die einfach nicht mit Geld umgehen können, sich das ihnen Zustehende in kleinen Beträgen abholen. Das sind Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, Renten oder auch Kindergeld. Die Straso verwaltet diese Leistungen, teilt zu, was nötig ist, ist also Bankersatz für Menschen, denen ein Konto verwehrt wird.

Nach dem Diebstahl hat die Straso sofort unbürokratiche Hilfe der Stadt erhalten, sagt Elke Niemeyer-Friebe vom Vorstand. Die Verwaltung stellte so viel Geld zur Verfügung, dass den Bedürftigen das Nötigste ausgezahlt werden konnte, damit diese sich fürs Wochenende eindecken konnten. Die Straso habe nun aber Schulden bei der Stadt.

Das Darlehen sei günstig, die Hilfe der Verwaltung werde gern angenommen. Aber der Verein sei nun doch auf Spenden angewiesen, teilen Niemeyer-Friebe und Renate Bank mit, damit auch künftig das Treuhandkonto für Bedürftige weiter geführt werden könne. Christoph Demandt, der Vorsitzende des Vereins, hat deshalb das Spendenkonto 155044 bei der Sparkasse Göttingen angegeben, wo Hilfe eingezahlt werden könne.

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