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Trickdiebe bestehlen 84-Jährige in Bovenden

Konto geleert Trickdiebe bestehlen 84-Jährige in Bovenden

Trickdiebe haben am Mittwochnachmittag an der Tiefkühltheke bei Aldi in Bovenden einer 84 Jahre alten Frau die Geldbörse und damit ihre EC-Karte gestohlen. Binnen weniger Minuten ließ die clevere Seniorin die geklaute Karte sperren - und verlor dennoch 2000 Euro von ihrem Konto.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Bovenden/Weende. Die Tat ereignete sich nach Angaben der Seniorin am Mittwoch um 11.15 Uhr. Ein junges Pärchen und ein etwas älterer Mann, so berichtet Margot H., hätten sich an der Tiefkühltheke „dicht auf“ neben sie gestellt. Der Ältere habe in schlechtem Deutsch nach „Schnissel“ gefragt und sich die gefrorenen Hähnchenschnitzel erklären lassen.

Die strohblonde, auffällig kleine Frau habe auf der anderen Seite, wo sie ihre Umhängetasche trug, mehrfach herüber in die Truhe gegriffen, offenbar, um sie abzulenken, damit ihr Begleiter in die Tasche greifen konnte. Gleich danach habe sie den Verlust der Geldbörse bemerkt und sei sofort zur nahen Hausbank gegangen, um die Karte sperren zu lassen. Das sei binnen acht Minuten nach dem Diebstahl geschehen, so die Seniorin. Dennoch hoben die Unbekannten noch um 11.35 bis 11.37 Uhr bei der Sparkasse im nahen Weende in drei Transaktionen 1500 Euro ab. Weitere 500 Euro seien noch bei der Volksbank gleich darauf abgehoben worden. Das habe sie am nächsten Morgen in ihrem Geldinstitut erfahren, sagt die Seniorin.

Inzwischen stellt sich der Vorgang allerdings anders dar. "Die Kontoinhaberin betrat erst um 11.41 Uhr die Sparkasse, um die Karte sperren zu lassen", wie Michael Rappe, Pressesprecher der Sparkasse Göttingen, belegen kann. "Um 11.44 Uhr ist die Sperre im System vermerkt worden und sofort wirksam gewesen. Damit ist die EC-Karte zum Zeitpunkt der unerlaubten Geldabhebungen noch gar nicht gesperrt gewesen." Darüber hinaus sei der Seniorin auch die notierte PIN gestohlen worden, und alle Abhebungen, die die Diebe vornahmen, seien mit gültiger PIN erfolgt.

Auch die Auseinandersetzung zwischen Filialleiter und Filius, der seine 84-jährige Mutter zur Bank begleitete, stellt sich aus Perspektive der Sparkasse anders dar als ursprünglich dargestellt. Anlass der Auseinandersetzung sei nicht die Kartensperrung gewesen. "Der Sohn der Kundin hat die Mitarbeiter verbal angegriffen und gegen die Schaltermöbel getreten", äußerte dazu Filialleiter Tobias Keunecke. Er habe die übrigen Kunden und seine Mitarbeiter schützen müssen und deshalb den Mann des Hauses verwiesen.

Die Polizei bestätigt die unerlaubten Geldabhebungen. Die Ermittlungen laufen. Ein Termin mit einem Phantomzeichner, der Bilder der drei Taschendiebe anfertigen soll, ist bereits anberaumt.

 

Hinweis: In der ursprünglichen Fassung dieses Beitrages hieß es, die Täter hätten nach der Sperrung der Karte noch Geld abheben können. Die Sparkasse Göttingen hat inzwischen jedoch nachgewiesen, dass die Sperrung erst nach den Abhebungen erfolgte.

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