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Trinkertreff Rasebrücke: Anwohner ärgern sich

Polizeikontrollen gefordert Trinkertreff Rasebrücke: Anwohner ärgern sich

Die Sitzbank am Roten Weg ist weg, doch die Probleme bleiben: In Rosdorf dauern die Diskussionen um trinkende und lärmende Jugendliche im Bereich des Quartiers Hinter den Höfen (Tageblatt berichtete) an.

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Neuer Treffpunkt der lärmenden Jugendlichen: die Rasebrücke.

Quelle: Theodoro da Silva

Zwar hat die Problemklientel nun einen Sitzplatz weniger. Dafür nahm sie Tage später die Fußgängerbrücke, die über die Rase führt, in Beschlag, um fröhlich weiter zu trinken. Störend sei das nicht nur für die Bürger, „die über die Brücke wollen“, berichtete ein Anwohner während der jüngsten Sitzung des Ortsrates Rosdorf.

Eigentlich hatte man die abgebaute Bank auf den Spielplatz An den Teichen stellen wollen. Dagegen aber hatten sich die Anwohner gewehrt. Vielmehr forderten sie klar geregelte Zeiten, an denen der Spielplatz geöffnet ist, und Regeln für dessen Nutzung. Dem werde man nachkommen, sagte Hans-Jürgen Böhm von der Verwaltung. Ein Schild mit den entsprechenden Hinweisen sei bereits bestellt. Ob auch Rosdorf wie Hann. Münden ein Verbot für das Trinken von Alkohol auf öffentlichen Flächen aussprechen könne, wie es zum Beispiel Gerhard Winter (CDU) gefordert hatte, werde weiter geprüft.

Ortsbürgermeisterin Margret Münzel (SPD) wertete das Abbauen der Bank als Teilerfolg und forderte, das Schild mit den Nutzungsregeln alsbald am Spielplatz aufzustellen – im Gegensatz zu einer weiteren Bank. Ein Trinkverbot lehnte Münzel ab. „Das hält doch keinen ab.“
Ortsheimatpfleger Manfred Hempfing kritisierte erneut das Vorgehen von Ortsrat und Verwaltung. Schließlich biete sich der Rote Weg zum Spazierengehen an. Besonders ältere oder gehbehinderte Leute seien jedoch auf einen Sitzplatz zum Verschnaufen angewiesen. Der fehle nun. „Sehr bedauerlich“ fand er zudem, „dass von Verwaltung und Polizei nichts unternommen werden kann“. Mit dem Abbauen der Bank, welche die Seniorenvertretung einst gebaut hatte, verlagere sich das Problem nur.

Dieter Eikenberg (Grüne) nannte das Vorgehen der Verantwortlichen „Symptomkuriererei“ und fragte, warum die Behörden nicht genauer hinsehen würden. Wichtig sei es, herauszufinden, wer dort eigentlich Probleme mache und warum. Das könne man zum Beispiel mit dem Einsatz eines Sozialarbeiters versuchen. Und „wenn das nicht fruchtet“: Dann müssten eben die Ordnungskräfte die Jugendlichen zur Räson bringen. Dass die Polizei für derlei Einsätze weder Personal noch Zeit habe, lasse er nicht gelten.

CDU-Mann Winter zeigte sich erst einmal erfreut, „dass die Szene vom Brennpunkt verschwunden ist“. Wenn sich die Jugendlichen nun aber auf der Brücke breit machen würden, sei das „immer noch ein Problem“. Schlimmer noch: „Da kommt doch keiner vorbei.“ Er gab Eichenberg zwar indirekt Recht, die Polizei aber habe keine Handhabe, solange die Bürger die Störenfriede nicht anzeigten. Ihnen fehle schlicht die Courage. Daher fordere er weiterhin eine Satzung, um den öffentlichen Alkoholgenuss zu verbieten. Natürlich müsse man dann auch Geld aufbringen, um das Personal zu bezahlen, dass das kontrolliert.

Sören Steinberg (SPD) lobte die Seniorenvertretung für ihren Einsatz beim Bau von Bänken. „Der Zweck ist gut, dass Jugendliche dort saufen und randalieren, ist Pech.“ Er regte an, die Polizei möge „regelmäßig Streife gehen“. Ein- bis zweimal pro Tag sollten die Ordnungshüter bei der Rasebrücke entlanggehen, „kontrollieren, Präsenz zeigen“. Um das zu besprechen, müsse man einen Vertreter der Behörden zur nächsten Sitzung bitten. Hempfing fragte, was das bringen solle. Polizeibeamte seien öfter vor Ort gewesen. „Wenn die weg sind, zeigen sie ihnen den Mittelfinger.“ Dennoch einigte sich der Ortsrat einstimmig darauf, einen Vertreter der Polizei einzuladen – und die Situation weiter im Auge zu behalten.

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