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Trinkwasser kommt aus bis zu 200 Meter tiefen Brunnen

Wasserlehrpfad Trinkwasser kommt aus bis zu 200 Meter tiefen Brunnen

Elf Tiefbrunnen, zehn Wasserwerke, 20 Hochbehälter, 14 Druckregulierungsanlagen und 221 Kilometer Leitungen stellen die Trinkwasserversorgung der 25000 Einwohner von Hann. Münden sicher.

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Wasser prägt die Stadt Hann. Münden: die alte Werrabrücke mit Blick auf den Stadtteil Blume.

Quelle: CH

Das erfahren Besucher des Wasserlehrpfades, den die Versorgungsbetriebe Hann. Münden gemeinsam mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt im Juli auf dem Doktorwerder an der Alten Werrabrücke neu gestaltet haben.

70 bis 200 Meter in die Tiefe des Sandstein-Untergrundes reichen die Brunnen. Ein Bohrmeißel, wie er zur Erstellung notwendig ist, gehört zu den Ausstellungsstücken des Lehrpfades. Die Brunnen liegen jeweils in Wasserschutzgebieten. Die Stadt verbraucht jährlich 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser. Das entspricht einem Tagesbedarf von 137 Litern pro Einwohner. Knapp sechs Liter davon verbrauchen die Mündener zum Essen und Trinken. 49 Liter nutzen sie für Körperpflege, 37 Liter für Toilettenspülungen und 17 Liter für die Kleiderwäsche. Der erste Tiefbrunnen in Hann. Münden entstand 1900. Er wurde angelegt, nachdem verunreinigtes Oberflächenwasser eine Typhusepidemie mit zahlreichen Todesfällen verursacht hatte.

Die Ausstellung befasst sich auch mit den drei Flüssen, an denen die südlichste Stadt Niedersachsens liegt. Werra und Fulda vereinigen sich in Hann. Münden zur Weser, die nach 440 Kilometern bei Bremerhaven in die Nordsee fließt. Die Stadt, die 802 erstmals urkundlich erwähnt wurde, lebte jahrhundertelang vom Fischfang und der Flößerei, dem Transport von Baumstämmen aus den umliegenden Wäldern nach Norden. Eine wichtige Rolle spielte der Handel. 1247 bekam die Stadt das sogenannte Stapelrecht eingeräumt. Seither mussten vorbeifahrende Handelsschiffe ihre Waren in der Stadt um Verkauf anbieten. Das sicherte der Stadt lange Wohlstand.

Auch auf die Gewinnung von Wasserenergie – früher Mühlen, heute Turbinen – geht die Ausstellung ein.

Von Michael Caspar

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