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Trio wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in Göttingen vor Gericht

Eine Tarnfirma nur zum Betrügen Trio wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in Göttingen vor Gericht

Wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs müssen sich seit Donnerstag drei bereits einschlägig vorbestrafte Angeklagte vor der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Göttingen verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem mutmaßlichen Betrüger-Trio außerdem Urkundenfälschung, Gründungsschwindel, Bankrott, Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt sowie Insolvenzverschleppung vor.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Die 42-seitige Anklage listet mehr als 100 Straftaten auf. Insgesamt sollen die drei Angeklagten – zwei 35 Jahre alte Eheleute und ein 28-jähriger Elektriker – mit Hilfe einer eigens für diese Betrügereien gegründeten Firma einen Schaden von etwa einer halben Million Euro angerichtet haben.

Die Staatsanwaltschaft wirft der 35-jährigen Ehefrau vor, im Sommer 2010 mit falschen Personalien eine Firma für Elektroinstallationen in Zorge (Kreis Osterode) angemeldet zu haben. Der von ihr vorgelegte griechische Reisepass war eine Totalfälschung: Die aus Ostdeutschland stammende Angeklagte ist weder Griechin noch hat sie einen Doktortitel. Nach Überzeugung der Ermittler war die Firma von Anfang an auf Betrug angelegt und diente nur zur Tarnung, um als vermeintliches Subunternehmen auf Baustellen auftreten und kräftig abkassieren zu können. Die angeblichen Gesellschafter hätten keinerlei Gründungskapital in die GmbH eingebracht und weder eine Eröffnungsbilanz vorgelegt noch irgendwelche Handelsbücher geführt.

Um die akquirierten Aufträge erledigen zu können, ließ sich die Firma von Personaldienstleistern und Zeitarbeitsfirmen zahlreiche Arbeitnehmer vermitteln, ohne diesen den ihnen zustehenden Lohn zu zahlen. Stattdessen sollen die Angeklagten die Einnahmen des Unternehmens zur Finanzierung des eigenen Lebensunterhalts verwendet haben. Auch die zahlreichen Hotels, in denen die Arbeitnehmer während ihres Einsatzes auf den Baustellen übernachtet hatten, blieben auf ihren Rechnungen sitzen. Die luxuriösen Hotels, in denen die Angeklagten selbst übernachteten, sahen ebenfalls keinen Cent. Auch Handyrechnungen über mehr als 25.000 Euro blieben unbezahlt, ebenso das Warenlager, das die Ehefrau über das Internet geordert hatte. Innerhalb weniger Tage bestellte sie bei einer Vielzahl von Firmen Schuhe, Kleidung, Kosmetika, Parfüms, Spielzeug, Haushaltsgegenstände und sonstige Artikel im Wert von mehreren tausend Euro.

Das Gericht hat für den Prozess Termine bis Mitte November festgesetzt.

pid

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