Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Truckerstammtisch der Göttinger Polizei

Planenschlitzer und Dieseldiebe Truckerstammtisch der Göttinger Polizei

Sie kommen nachts, wenn der Fahrer schläft oder seinen Lastwagen verlassen hat: Die Plane wird aufgeschnitten und Ware gestohlen. Über Planenschlitzer und Dieseldiebe haben Polizeibeamte, Experten und Kraftfahrer während eines Truckerstammtisches in der A-7-Raststätte Göttingen West diskutiert.

Voriger Artikel
Einbecker Eulenfest: Polizei zieht Bilanz
Nächster Artikel
Kreisjugendfeuerwehrtag in Friedland

Sie kommen nachts, wenn der Fahrer schläft oder seinen Lastwagen verlassen hat: Die Plane wird aufgeschnitten und Ware gestohlen.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Mengershausen. Rund acht Milliarden Euro Schaden richten europaweit die gut organisierten Banden an, die sich auf LKW-Fracht spezialisiert haben.

Anders als in früheren Jahren gehen die Täter gezielt vor: Früher sei die Ware durch kleine Schlitze in der Plane ausgespäht und Lohnenswertes gestohlen worden, „zehn Autos wurden geschlitzt, im elften war etwas zu holen“, berichtete Helmut Tost von der Göttinger Autobahnpolizei. An diesem Abemnd wurde er von Experten des Allgemeinen Rettungsverbandes, eines Abschleppunternehmens und des Gesamtverbandes Verkehrsgewerbe Niedersachsen unterstützt.

Heute gingen die Täter zumeist Fahrzeuge an, über die sie sich im Vorfeld informiert hätten – durch Ausfragen oder Belauschen der Fahrer an den Raststätten, Bestechung, Anzapfen von Telefonen oder Ausspähen des E-Mail-Verkehrs der Unternehmen. Bei jedem fünften Raub würden die Fahrer statistisch gesehen attackiert.

Tost warnte vor Heldentaten, „sie sollten nicht eingreifen“, wandte er sich an die vier Berufskraftfahrer, die der Einladung der Göttinger Polizei gefolgt waren. „Wenn ich etwas bemerken würde, würde ich den Teufel tun und eingreifen“, erklärte Manfred Kleint aus Rheinland-Pfalz resolut. Sein Leben würde der Fahrer für Transportgüter nicht aufs Spiel setzen.

Zum zweiten Themenkomplex, Dieseldiebstahl, hatte René Brüggemeier, Fahrer aus Nordrhein-Westfalen, selbst schon Erfahrungen gesammelt. Eine freche Schnorrermasche etwa, „die kommen mit dem Pritschenwagen und fragen, ob sie 30 Liter in ein Faß umfüllen können“. Bei einer anderen Gelegenheit hätten die Diebe von seinem Fahrzeug den Ansaugtrakt entwendet.

Tost empfahl Transportunternehmern, die Fahrzeuge etwa durch Alarmanlagen gut zu sichern und im Zweifelsfall bewachte Parkplätze anzufahren. Er hofft, mit Themenvorträgen bei den monatlich angebotenen Stammtischen möglichst viele Lastwagenfahrer auf Fallen und gefährliche Situationen aufmerksam machen zu können.

Von Katharina Klocke

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"