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Tulpen und Nelken für Kriegsopfer in Göttingen

Für die Toten Tulpen und Nelken für Kriegsopfer in Göttingen

Die Deutsch-Russische Gesellschaft Göttingen hat der im zweiten Weltkrieg ermordeten russischen und deutschen Zwangsarbeitern am Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai gedacht. Mitglieder des Vereins legten zusammen mit weiteren Gästen am Freitag Tulpen und Nelken am Grabmal der Zwangsarbeiter auf dem Stadtfriedhof nieder.

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Lev Lewinskij hat als Kind Stalingrad überlebt, er legt Blumen nieder und trägt bei der Gedenkveranstaltung Gedichte vor.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Sie wollten die Blumenniederlegung „ohne Aufwand“ gestalten, erklärte Lydia Wochnik, Vorsitzende der Deutsch-Russischen Gesellschaft.

Schlicht und ohne pathetische Gesten legten die Gäste ihre Blumen vor das Mahnmal. Einige Frauen hatten zum Feiertag des Kriegsendes rote Geranien vor das Denkmal gepflanzt. Seit drei Jahren kämen die Mitglieder des Vereins, um die Toten zu ehren, sagte Wochnik.

Es sei wichtig der Verstorbenen zu Gedenken, betonte Irina Schnar, Projektmanagerin des Vereins. „Unsere Kinder lernen schon früh, was damals passiert ist“, erklärte sie. Sie sollen aus der Geschichte lernen und werden von klein auf an mit der Feier am Tag des Kriegsendes vertraut gemacht, erläuterte Schnar.

Nach der Trauerminute gingen die Mitglieder des Vereins zusammen mit den Gästen zur Geschwister-Scholl-Gesamtschule, um dort 70 Jahre Kriegsende zu feiern. Zu Gast waren außerdem einige Weltkriegsveteranen. So auch der Dichter Lev Levinskij. Er erinnerte sich daran, wie er als Kind während der Besatzung über den gefrorenen Ladogasee fliehen musste.

Ein anderer Teilnehmer erzählte von einem Bekannten in Göttingen, der die Kriegszeit miterlebt hatte: „Igor ging zum Äpfelpflücken und kam nicht mehr wieder.“

Von Björn Lorenz

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