Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 8 ° wolkig

Navigation:
„Hier trifft sich die Elite“

VW- und Audi-Treffen des VW Syndicats Eichsfeld „Hier trifft sich die Elite“

Drei Zentimeter Bodenfreiheit? Egal: Zum VW- und Audi-Treffen des VW Syndicats Eichsfeld kommen die Radikalschrauber Grone. Das Team kam am Sonntag an seine Grenzen: Zum VW- und Audi-Treffen auf dem Parkplatz des "Kauf Park" kamen so viele Teilnehmer, dass Fahrer mit ihren Fahrzeugen abgewiesen werden mussten.

Voriger Artikel
Fußgängerin von Auto erfasst
Nächster Artikel
Sanierungsarbeiten am Neuen Rathaus
Quelle: Heller

Göttingen . Kurz nach 11.30 Uhr war Schluss mit der Einfahrt, der nicht gerade kleine Parkplatz war voll. „Wir haben so viele schöne Autos wegschicken müssen“, grämte sich Mit-Organisator René Schirrmeister vom VW Syndicate.

Doch was auf dem Parkplatz zur Schau gestellt wurde, war mehr als genug, um sich stundenlang ein liebevoll hergerichtetes Fahrzeug nach dem anderen anzusehen. Wer endlich einmal wissen wollte, wie man mit viel Geld und noch mehr Zeit seinem Auto Nutzwert und Alltagstauglichkeit erfolgreich austreibt – hier war er richtig.

Zum Beispiel Marco Röhring aus Leipzig. Im Jahr 1998 hatte er seinen VW Passat als Jahreswagen gekauft, eigentlich sollte der Wagen als Familienkutsche dienen. Doch dann, zwei Jahre nach dem Kauf, begann Röhring zu schrauben. Und zu lackieren. Und zu polstern. Und umzubauen. Und zu vergolden. Und noch viel mehr, um sein Gefährt derart umzugestalten, dass man zehnmal hinsehen muss, um zu erkennen, dass es sich bei diesem Auto ursprünglich um eine normale Mittelklasse-Limousine aus Wolfsburg gehandelt haben muss.

Die Technik seines Passats hat Röhring weitgehend unverändert gelassen. Nicht aber das Äußere: Fantasievoll rot-crèmeweiß abgesetze Lackierung mit diversen Applikationen, vergoldete Türschaniere, edle Felgen. Auch das Innenleben kommt verändert daher: weiße Ledersitze mit roten Applikationen. Der Motorraum sieht merkwürdig leer aus, allerdings sind alle Teile vergoldet (Röhring: „echt 24 Karat“) oder hochglanzverchromt.

Irgendwann einmal war der Motor ein ganz normaler 1,8-Liter-Benziner. Das ist er im Kern immer noch, aber: Jetzt sind alle optisch störenden Teile wie Betriebsmittelbehälter oder Schläuche so verlegt, dass sie für den Betrachter unsichtbar sind. Dafür verfügt die Unterseite der Motorhaube über zwei kleine Flachbildschirme. Wozu das? „Damit man bei offener Motorhaube sich auch mal eine DVD ansehen kann.“ Wohlgemerkt: Mit dem Auto kann man immer noch fahren.

„Show and Shine“ heißt dieses Umgestaltungskonzept. Toll aussehen muss das Auto, kostet es, was es wolle.

Und was hat damals die Familie gesagt, für die das Auto eigentlich gedacht war, dazu? Hier wird Röhring etwas einsilbig. „“Das ging nicht lange gut“, druckst er schließlich. „Seit Beginn der Schrauberei habe ich öfter mal die Frauen gewechselt. So was macht ja nicht jede mit.“

Der verbliebene Nutzwert der umgestalteten Gefährte steht auf den Prioritätenlisten ihrer Besitzer in der Regel ganz weit hinten. Nur drei Zentimeter Bodenfreiheit? Egal, sieht dafür aber heiß aus. Die Liebe zum Radikalumbau scheint bei den VW-Besitzern am größten, aber Audi-, Skoda- oder Seat-Liebhaber stehen ihren VW-Kollegen kaum nach, zeigt ein Rundgang über den Kauf Park-Parkplatz.

Warum kommen so viele VW-Tuning-Liebhaber nach Göttingen? „Weil Göttingen in Deutschland so schön zentral liegt“, meinen die Organisatoren René Schirrmeister, Roman Gerboth und Adrian Kühmel. Für den Leipziger Passat-Liebhaber Röhring gibt es einen anderen Grund: „Hier trifft sich die Elite.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Landtagswahl: So feiern die Parteien in Göttingen und der Region