Volltextsuche über das Angebot:

16 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
„Tunnel ist für uns keine örtliche Gegebenheit“

Rat Friedland besorgt „Tunnel ist für uns keine örtliche Gegebenheit“

Was wird die Öffnung des Heidkopftunnels der A 38 die Gemeinde Friedland kosten? Diese Frage haben sich erschreckt viele Mitglieder des Rates gestellt. Am Donnerstag forderte die Mehrheit nach einem Antrag der SPD von Verwaltung und Gemeindebrandmeister einen Bericht zu den finanziellen Auswirkungen.

Voriger Artikel
Goldbraune Hähnchen, Multi-Vereinsheim und Matthias Reim
Nächster Artikel
Bunt statt Betongrau

Bald frei für Gefahrgut: Für Sicherheit sollen die örtlichen Feuerwehren sorgen.

Quelle: Hinzmann

Nur fünf CDU-Mitglieder hielten diese Forderung für überflüssig. Sie fühlen sich bereits hinreichend informiert.
In der Sache aber ist der Rat sich einig: Die Politiker lehnen es ab, die Kosten für Ausrüstung, Schulung, Mittel und Geräte für die Brandbekämpfung im Tunnel aus der Gemeindekasse zahlen zu müssen. Formal wäre Friedland dazu verpflichtet. Aus einem Schreiben des Niedersächsischen Wirtschaftsministeriums geht hervor, dass der 1700 Meter lange Tunnel als „örtliche Gegebenheit“ anzusehen sei – mit der Folge, dass die Gemeinde die erforderlichen Leistungen vorzuhalten habe, so wie jede Anliegergemeinde einer Autobahn- oder Bahnstrecke sich auf die davon ausgehenden Gefahrensituationen einzustellen hat. In einer Arbeitsgruppe wird bereits seit einiger Zeit ermittelt, wie sich die Friedländer Wehren auf Gefahrgutunfälle im Tunnel einzustellen haben.

Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) hatte bereits mehrfach deutlich gemacht, dass die Gemeinde in der neuen Situation Hilfe vom Land erwarte. Innenminister Uwe Schünemann (CDU) hatte dies gegenüber dem Tageblatt auch schon zugesagt.

Margot Blotevogel (SPD) betonte: „Der Tunnel ist für uns keine örtliche Gegebenheit – wir haben ihn nicht gewollt, so wie auch die A 38 nicht.“ Die davon ausgehenden Gefahren den Wehren aufzubürden, sei nicht hinzunehmen. „So kann man mit Ehrenamtlichen nicht umgehen“, sagte Friedrichs.

Der Rat verlangt von der Verwaltung zudem, das Straßenbauamt Eschwege aufzufordern, den Neubau der B 80-Brücke unterhalb von Schloss Arnstein so zu planen, dass der Verkehr während der Bauzeit über die alte Brücke laufen kann und keine Umleitung durch die Gemeinde Friedland erfolgt. Andernfalls rolle bei Tunnelsperrungen der ganze A 38-Verkehr durch die Dörfer. 2010 war der Heidkopftunnel 80 Mal gesperrt worden.
Erneut wird der Heidkopftunnel zwischen den Anschlussstellen Friedland und Arenshausen zeitweise gesperrt. Ab Dienstag, 12., bis Donnerstag, 14. April, werden Wartungsarbeiten durchgeführt. In der Nacht zum 13. April von 19 bis 5 Uhr wird die Fahrtrichtung Göttingen gesperrt. Umleitung über U 58 (B 80 und B27). In der Nacht zum 14. April wird der Verkehr Richtung Halle über die U 85 umgeleitet.

Voriger Artikel
Nächster Artikel