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„Überall zu haben“

Drogenhändler vor dem Göttinger Landgericht „Überall zu haben“

Wegen Handels mit Drogen in nicht unerheblichen Mengen steht ein Mann aus Dassel seit Mittwoch vor dem Göttinger Landgericht. Ein Schuldspruch wäre nicht die erste Verurteilung wegen Dealerei.

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Immer mehr synthetische Drogen werden in Niedersachsen konsumiert.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Einbeck. Am 5. Februar vorigen Jahres war Schluss mit dem lukrativen Geschäft, mit dem der heute 36 Jahre alte Mann seinen eigenen Drogenbedarf - Marihuana und Amphetamine - finanzierte. An diesem Tag stürmte die Polizei seine Mini-Wohnung. Dort fanden die Beamten einen umfangreichen Drogen-Gemischtwarenladen: acht LSD-Pappen, zwei Verpackungseinheiten zu je zehn Ecstasy-Tabletten, drei Portionen mit jeweils einem Gramm Amphetamin, 18 Verkaufsportionen mit insgesamt 186 Gramm Marihuana und einen Plastikbeutel mit etwa 162 Gramm Amphetamin, listet die Anklage auf. Dazu gut 2800 Euro Bargeld, das nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft aus seinem Drogenhandel stammte.

Strafrechtlich außerdem bedeutsam: ein einsatzbereiter Elektroschocker und eine mit vier Knallkartuschen geladene Schreckschusspistole. Der Mann steht nicht zum ersten Mal wegen Drogenhandels vor Gericht. Bereits vor zwölf Jahren verurteilte ihn deswegen das Landgericht Meiningen.

In der Verhandlung am Mittwoch in Göttingen zeigte sich der Angeklagte jedoch geschockt, reuig und vollumfänglich geständig. Ja, er habe gedealt, nachdem er wieder Kontakt zu Drogen bekommen hatte. Dabei habe auch seine Arbeitslosigkeit eine Rolle gespielt. Die Drogen habe er sich aus der einschlägigen Szene in Einbeck besorgt - beispielsweise Marihuana im 200-Gramm-Päckchen. Auch in Einbeck, meinte der Angeklagte, „ist so was überall zu haben“.

Das Elektroschockgerät allerdings habe er jedoch nicht bei seinen Geschäften einsetzen wollen, sondern „wegen der im Dorf freilebenden Hunde“ angeschafft. Und die Schreckschusspistole habe 15 Jahre lang nur herumgelegen und sei nie abgefeuert worden.

Wie auch bei der früheren Tat im Jahr 2004 war der Mann der Polizei nicht selbst aufgefallen, sondern war verpfiffen worden - von anderen Drogenkonsumenten, die der polizei ins Netz gegangen waren und sich mit der Preisgabe von Namen einen Strafrabatt hatten erkaufen wollen.

Die Verhandlung im Landgericht gegen den 36-Jährigen wird am Donnerstag, 30. Juni, um 9 Uhr fortgesetzt.

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