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Polizei nimmt weiteren Tatverdächtigen fest

Überfall auf Göttinger Pizzabringdienst Polizei nimmt weiteren Tatverdächtigen fest

Nach dem Überfall auf den Domino‘s-Pizzabringdienst in Göttingen hat die Polizei einen weiteren Tatverdächtigen festgenommen. Unterdessen wurden weitere Details zu der Tat bekannt. So schildert der Chef des Bringdienstes, wie Mitarbeiter die Tat miterlebten und der Polizei bei der Fahndung halfen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Zwei maskierte und bewaffnete Räuber hatten am späten Donnerstagabend den Pizzabringdienst an der Straße An der Lutter in Göttingen-Weende überfallen. Bereits kurz nach der Tat nahm die Polizei zwei 22- und 23-Jährige Tatverdächtige aus Northeim fest. Sie sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Am Sonnabend sei ein weiterer Tatverdächtiger festgenommen worden, bestätigte die Polizei am Montag. Dabei handele es sich um einen 23-jährigen Mann aus Einbeck. Auch gegen ihn sei mittlerweile Haftbefehl erlassen worden. Was ihm genau zur Last gelegt wird, darüber wollte die Polizei keine weiteren Angaben machen.

Ramon Möhle ist geschäftsführender Gesellschafter des überfallenen Domino‘s-Pizzabringdienstes. Vier seiner Mitarbeiter befanden sich während des Überfalls im Laden – und reagierten offenbar sehr besonnen, wie ihr Chef berichtet. Die beiden Räuber waren kurz vor Dienstschluss durch einen Seiteneingang in das Geschäft eingedrungen. Dort bedrohten sie die 24, 26, 29 und 30 Jahre alten Angestellten. „Einer der Täter war mit einem Hammer bewaffnet, der andere mit einem Messer mit einer sehr langen Klinge“, sagt Möhle. Sie hätten „Überfall“ gerufen und die Mitarbeiter mit den Waffen in Schach gehalten. Der Mann mit dem Hammer habe einen „ziemlichen Terz gemacht“ und ein Loch in einen Tisch geschlagen. Einer der beiden Räuber sei dann direkt zum Schichtleiter an die Kasse gerannt und habe diesen mit den Worten „mach keinen Scheiß“ aufgefordert, das Geld herauszugeben – was dieser dann auch getan habe. „Das hat insgesamt vielleicht zehn bis 15 Sekunden gedauert“, berichtet Möhle. Dann seien die Täter überstürzt geflüchtet. Dabei hätten sie Geldscheine und Münzen verloren.

Was dann geschah, schildert Möhle so: Drei seiner Mitarbeiter nahmen umgehend die Verfolgung der Männer auf, einer alarmierte währenddessen die Polizei. Die Mitarbeiter folgten den Räubern bis zu deren Fluchtauto, das auf Höhe der Baustelle für das neue Parkhaus des Weender Krankenhauses wartete. Dort notierten sie sich das Kennzeichen und den Fahrzeugtyp und gaben auch diese Informationen an die Polizei weiter. Währenddessen hätten die Täter krampfhaft versucht, ihren Wagen zu starten, was erst nach einigen Fehlversuchen funktioniert habe, sagt Möhle. Dann seien sie mit einem roten Toyota Yaris mit Northeimer Kennzeichen davongerast.

Nur wenig später wurden sie im Zuge einer sofort eingeleiteten Fahndung mit mehreren Streifenwagen von der Polizei an der Bundesstraße 27 im Bereich „Södderich“ zwischen Roringen und Waake gestoppt und festgenommen. „Meine Mitarbeiter haben die Polizei also auf die richtige Fährte gebracht“, sagt Möhle. Die Polizei habe sich denn auch bei allen für die Unterstützung bedankt.

Das Wichtigste aber sei, dass niemandem etwas passiert sei, betont Möhle: „Das hätte auch ganz anders ausgehen können.“ Der materielle Schaden, den die Täter angerichtet hätten, halte sich in Grenzen. Daher habe er den Bringdienst bereits am nächsten Tag wieder öffnen können. Nur das Geld,, immerhin rund 1000 Euro, das sei weg. „Das kann ich abschreiben“, sagt Möhle.

Das sei allerdings zu verschmerzen. Viel wichtiger sei es, dass die mutmaßlichen Täter schnell gefasst wurden. „Ich mache den Job seit zehn Jahren, Überfälle gibt es immer wieder“, sagt Möhle. Auch Fahrer seien betroffen. Oftmals würden diese Überfälle so lange weitergehen, bis der oder die Täter gefasst seien. Möhle hofft daher, dass den Mitarbeitern und ihm etwas Ähnliches so schnell nicht wieder ereilen wird.

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