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Nachts auf Monsterjagd

Pokémon-Go-Nachtwanderung Nachts auf Monsterjagd

Etwa 600 Göttinger haben in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag Pokémons gejagt. Die Jäger virtueller Monster in der realen Welt folgten dem Aufruf einer Facebook-Gruppe, die zur ersten Göttinger Nachtwanderung aufrief. Trotz Serverausfällen und kurzfristiger Absage begann die Pirsch.

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Northeimer Pokemons - Martha, Leonie, Annabell und Kimberly (von links).

Quelle: Katrin Westphal

Göttingen. Mitternächtliche Aufregung am Gänselieselbrunnen: „Serverprobleme“ klingt es panisch von allen Seiten. Auf den Handys der Spieler tut sich nichts, keine Pikachus sind zu sehen. Außer drei in Lebensgröße. Aber die kommen nicht aus der virtuellen Welt, sondern aus Northeim. Martha (13), Annabell (14 Jahre) und Leonie (14) wollen in gelben Pokémon-Kostümen an Göttinger Denkmalen kleine Monster fangen.  

Henry Urban

Henry Urban

Quelle: Katrin Westphal

Um 23.30 Uhr sollte es losgehen, der Start verschiebt sich jedoch. Um Mitternacht spielt jemand kurz die Titelmelodie des Spiels, und Henry Urban ruft am Gänselieselbrunnen den Start aus. In ausgelassener Jagd-Stimmung setzt sich der Fänger-Tross in Bewegung. Erster Stopp: der Wassergraben am Sausalitos. Einige Gamer hoffen auf Wasser-Pokémons.

Nils Rothe

Nils Rothe

Quelle: Katrin Westphal

Etwa 600 Göttinger haben in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag Pokémons gejagt. Die Jäger virtueller Monster in der realen Welt folgten dem Aufruf einer Facebook-Gruppe, die zur ersten Göttinger Nachtwanderung aufrief. Trotz Serverausfällen und kurzfristiger Absage begann die Pirsch.

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Nils Rothe fängt dort aber nur die Bluzuk und Rattfratz. Er hat die Nachtwanderung mit Urban über Facebook organisiert. „Wir dachten, wir sind so 20 Leute“, sagt Urban. 677 hatten bei Facebook ihre Teilnahme geklickt, 1650 waren interessiert. Deswegen mussten die beiden 19-jährigen Bovender die Nachtwanderung auch kurzfristig absagen, um nicht Ärger mit der Polizei zu bekommen.

„Coole Sache von euch“ und „sehr geile Nummer“, sagen zwei vorbeigehende Jäger. Die Monsterjäger sind durchschnittlich zwischen zwölf und 30 Jahren alt. In dieser Nacht sind in vielen Städten Gamer auf Pokémon-Jagd, deswegen gibt es immer wieder Serverausfälle. Denn die Mobiltelefone müssen zum Spielen per Satellit geortet werden, damit auf ihnen vor Ort an Sehenswürdigkeiten Pokémons angezeigt werden können.  

Es geht wieder Richtung Markt, dort verläuft sich die Gruppe etwas. Das hilft, um online zu bleiben. Dann steht die Eiswiese auf der Liste, von dort geht es zum Hauptbahnhof. Bis etwa sechs Uhr sind viele unterwegs, doch mit Laufe der Nacht kämpfen sie eher mit der Müdigkeit als gegen die Monster.  

Pokemon-Spielerin Fanny

Pokemon-Spielerin Fanny

Quelle: Katrin Westphal

Die Verbindung von virtueller und realer Welt fasziniert die meisten: „Es ist witzig, draußen rumzulaufen“, sagt Hannes (28). Außerdem lerne man dadurch viel über die Stadt. „Man fühlt sich ein bisschen wie in einer anderen Welt“, erklärt die 22-jährige Studentin Fanny.

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