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Umbau-Ideen für Altes Rathaus

Nur ein kurzer Lift Umbau-Ideen für Altes Rathaus

Göttingen. Tourismusbüro, Empfänge, Ausstellungen, Konzerte, Hochzeiten – im Alten Rathaus Göttingen herrscht ständig Betrieb.

Ein Betrieb mit vielen Haken: Gehbehinderte können die Treppen ins Rathaus kaum überwinden, das Verkaufs- und Infobüro für Tourismus ist zu klein, für Veranstaltungen gibt es keinen vernünftigen Küchenbereich und keine Garderobe, der Sanitärbereich ist veraltet. NaBch einem Vorstoß der CDU hat die Stadtverwaltung Lösungswege erarbeitet – und viele gleich wieder verworfen.

  • Problem 1: Sowohl in die Halle mit Tourismusbüro als auch in die Dorntze als Ausstellungs- und Hochzeitsbereich führen nur Treppen. Geplant war ein gläserner Aufzug außen an der Nordflanke, aber den lehnt die Denkmalschutzbehörde ab. Gegen Aufzüge an anderen Positionen sprechen technische Gründe. Die Verwaltung favorisiert eine Verlängerung des Aufzuges zum Rathskeller ins höher gelegene Hallengeschoss (Kosten: 75 000 Euro). Einen weiteren Aufzug von dort zur nächsten Ebene (Dorntze) lehnt sie ab – er würde 215 000 Euro kosten. Der Behindertenbeirat bewertete das gestern als Skandal. Die in Deutschland gültige UN-Behindertenrechtskonvention schreibe barrierefreie Zugänge zu öffentlichen Gebäuden vor. Werde sie nicht für alle Bereiche im Alten Rathaus umgesetzt, ziehe das rechtliche Konsequenzen nach sich, so der Beiratsvorsitzende Christian Herwig.
  • Problem 2: Auch das Tourismusbüro inklusive Kartenvorverkauf für Stadtführungen und Veranstaltungen ist für Behinderte schwer erreichbar und vor allem zu klein. Kunden stehen oft bis in die Halle an. Es gibt kaum Platz, um Infomaterial auszulegen. Ein Umzug könnte diese Probleme lösen und Platz schaffen für eine Kasse, Garderobe und Eingangskontrolle. Der aktuelle Hintergrund: Zurzeit ist nur wenige Meter vom Alten Rathaus entfernt am Markt ein Ladengeschäft zur Vermietung frei. Mit direktem Zugang, Schaufenster, Personalraum und zusätzlichem Lager hätte der etwa 45 Quadratmeter große Laden viele Vorteile, räumt die Geschäftsführerin der Göttingen Tourismus, Angelika Daamen, ein. Und die Lage sei ideal. Aber: „Nach intensiver Erörterung“ kommt die Verwaltung in einem internen Papier zu dem Schluss, dass die Vorteile „in keinem angemessenen Verhältnis zu den Kosten stehen“. Dazu gehören: Ladenmiete (mehr als 30 000 Euro jährlich), eine Erst-einrichtung (20 000 Euro) und Kosten für eine Aufsicht im Rathaus-Saal, weil die Tourismus-Mitarbeiter für diese Nebentätigkeit ausfallen würden (5000 bis 10 000 Euro jährlich).
  • Problem 3: Für bessere Sanitäranlagen schlägt die Verwaltung ein neues Behinderten- und ein Personal-WC im Hallengeschoss vor, zudem ein Damen- und Herren-WC im Zwischengeschoss (Kosten: 105 000 Euro).
  • Problem 4: das Catering. Bisher sorgt der Fachbereich Schule (inklusive Kantinen) bei Veranstaltungen für Getränke und Essen. Künftig sollen Veranstalter an externe Anbieter verwiesen werden. Für ihre Arbeit müsste ein Raum mit Geräten wie Kühlschrank und Spülmaschine ausgestattet werden (20 000 Euro).
  • Problem 5: Die Lagermöglichkeiten für Stühle, Technik oder Ausstellungsequipment sollen neu geordnet und verbessert werden (Kosten: 20 000 Euro).
  • Problem 6: Alte Elektroleitungen sollen bei späteren Arbeiten „Zug um Zug ertüchtigt“ werden. Eine Lüftungsanlage für die Halle könne nicht eingebaut werden, ohne wertvolle Wandmalereien zu schädigen. Der Bauausschuss berät diese Vorschläge am Donnerstag, 24. März, ab 16 Uhr in Raum 118 im Neuen Rathaus.

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Kommentar

Für seine nächste Sitzung sollte der Bauausschuss vorsorglich schon mal ein ordentliches Abendessen und Feldbetten bestellen.

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