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Umfrage in Göttingen und Duderstadt: Sind 6 Wochen Ferien zu lang?

Marktplatz Umfrage in Göttingen und Duderstadt: Sind 6 Wochen Ferien zu lang?

Die Sommerferien in Niedersachsen beginnen am Donnerstag, 23. Juli. Die Kinder freuen sich auf sechs Wochen ohne Schule. Doch gerade nach dem Kita-Streik wissen Eltern eventuell die Zeit zu schätzen, in der sie ihre Kinder in die Obhut Dritter geben können. Sind sechs Wochen zu lang? Das Tageblatt hat zu diesem Thema Besucher des Göttinger und des Duderstädter Wochenmarktes befragt.

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Quelle: dpa

Marian Linke sieht es differenziert: „Ich würde sagen es kommt auf die Jahrgangsstufe an,“ erklärt der Diemardener. „Für Neuntklässler sind sechs Wochen völlig in Ordnung“, sagt Linke. Doch für jüngere Schüler wären sicher auch vier Wochen Schulferien ausreichend.

 
Ähnlich sieht es Sharyn Mindel: „Bei kleinen Kindern sind sechs Wochen zu lang.“ Die älteren hätten hingegen eher ein Bewusstsein dafür, die Zeit zu nutzen, erläutert die junge Frau aus Geismar. Außerdem weist sie darauf hin, dass die Kinder nach sechs Wochen Gelerntes schnell wieder vergäßen. Sie schlägt vor, die sechs Wochen aufzuteilen. Ansonsten müsste es ein entsprechendes Ferienprogramm geben, dass den Kleinen auch Spaß mache.

 
Beim Ferienprogramm sieht auch Andrea Reise den Knackpunkt. In Rosdorf gebe es zwar ein Programm für die Ferien, doch dauere dies nur zwei Wochen. Daher findet die Mutter aus Rosdorf sechs Wochen zu lang. Besonders, weil sie und ihr Mann beide berufstätig seien. „Wir können auch nicht beständig unsere Tochter mit dem Auto nach Göttingen fahren.“

 

Andrea Reise: „Wir können auch nicht beständig unsere Tochter mit dem Auto nach Göttingen fahren.“

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Wie lang sollen Sommerferien dauern?

 

„Für meine Begriffe sind sechs Wochen Sommerferien ausreichend“, sagt Marita Schröder. Die Schüler ständen heute unter einem hohen Leistungsdruck, in den sechs Wochen hätten sie die Möglichkeit, sich einmal fallen zu lassen. Es bedürfe einer Weile Ruhe, um wieder regeneriert zu sein.

 
„Sechs Wochen sind eine lange Zeit, besonders wenn beide Elternteile berufstätig sind“, sagt Anni Matzka. Es sei schwierig, sich so einen langen Zeitraum um seine Kinder kümmern zu können, wenn parallel gearbeitet werden müsse. Positiv sei, wenn die Großeltern helfen könnten, oder wenn es öffentliche Angebote wie eine Ferienbetreuung gebe.

 
„Man müsste das ganze Feriensystem ändern“, glaubt Joachim Lasch, der als Lehrer aus eigener Erfahrung spricht. Es sollten Faktoren wie Hitze im Klassenraum und Konzentrationsfähigkeit der Schüler mitbedacht werden. In der Sommerhitze falle den Kindern das Lernen ohnehin schwer, die Konzentrationsfähigkeit lasse nach. Ansonsten sei es jedoch sinnvoll kürzere Ferien, aber dafür häufiger zu haben. Die Kinder könnten sich so schneller und langfristiger regenerieren. Als Beispiel könnten auch die Osterferien verkürzt und die Pfingstferien verlängert werden. „Von mir aus könnten es auch zwei Monate sein“, sagt Marianne Hoffmann. So kämen die Kinder bei der heutigen Stresssituation einmal runter.  „Problematisch sei es jedoch für Arbeitnehmer, beispielsweise in einem Büro“, sagt ihr Ehemann Rudi Hoffmann. Wenn mehrere Eltern in einem Betrieb verreisen wollten, können sie nicht zeitgleich Urlaub nehmen. Um die Zeit sinnvoll verteilen zu können, seien mindestens sechs Wochen nötig.

 
„Es ist schwierig seine Kinder sechs Wochen lang zu bespaßen, wenn man Arbeitnehmer ist“, sagt Daniela Schinkel. Sie habe als Mutter zweier Kinder immer auf Ferien-Angebote wie die des Hauses St. Georg zurückgegriffen. Mittlerweile seien beide elf und 14 Jahre alt, da könnten sie sich zum Glück schon alleine beschäftigen.

Von Björn Lorenz und Kay Weseloh

 

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