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Umkämpfter Rest vom Schützenfest

Göttinger Tafel Umkämpfter Rest vom Schützenfest

Die Göttinger Tafel klagt über Trittbrettfahrer: Sie betteln unter dem Namen der Tafel, holen unberechtigt Lebensmittel bei Supermärkten ab und sollen gar den Rest vom Schützenfest verfrühstückt haben. Allerdings: Übriggebliebene Teller vom Schützenfrühstück hatte die Tafel vorher selbst abgelehnt.

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Kräftige Wurst, Käse, Gurke und Brötchen, portioniert zum Schützenfrühstück. Was übrig bleibt, erhalten Bedürftige.     

Quelle: Hinzmann / Archiv

Göttingen. "Aktuell wurden vom Schützenfest übrig gebliebene Frühstücksteller abgeholt, die für die Tafel bestimmt waren", heißt es auf der Facebook-Seite der Göttinger Tafel. Ein Irrtum. Die Teller mit frischer Wurst, Käse und Gurken waren keineswegs für die Tafel bestimmt. Schon im zweiten Jahr hat Ekkehard Koch, Schaffer für den Festausschuss der Bürger Schützen Gesellschaft (BSG) Göttingen, gleich nach Frühstücksbeginn die nicht verkauften Portionen mit dem Taxi an den Mittagstisch von St. Michael fahren lassen. Die Tafel, so Koch, habe die Frühstücks-Portionen schon 2014 nicht mehr gewollt, weil sie nur eingeschweißte Wurst entgegen nehme. Das aber, so Koch, könne die BSG nicht leisten. Die Wurstwaren seien nun einmal bereits portioniert und in Folie und Papier verpackt, werden gekühlt und am Frühstücksmorgen an die Gäste ausgegeben. Was unverkauft bleibt, könne niemand wieder auseinandersortieren und einschweißen.

Doch das Beispiel Schützenfrühstück ist nur eines, wenn auch ein unglückliches, für die Sorgen der Tafel. Mehrfach nämlich, sagt Geschäftsleiterin Martina May, hätten Unbekannte bereits bei Supermärkten wie Aldi oder Real angerufen und nachgefragt, ob Lebensmittel für die Tafel abgeholt werden könnten. Dann seien Leute vorgefahren, die mit der Tafel nichts zu tun haben, und hätten die Spenden abgeholt und wohl für sich verwendet.

Außerdem: Mehrfach sei der Tafel zu Ohren gekommen, dass Leute an Haustüren oder in Firmen am Telefon gebettelt hätten und Spenden für die Kinder-Tafel erbaten. Davon abgesehen, dass es eine Kinder-Tafel in Göttingen nicht gibt, unternehme die Tafel "grundsätzlich keine Telefonaquise", sagt May. Solche Versuche seien "echt ein Ding". Die Göttinger Tafel erbitte Spenden bei Aktionen in der Stadt, per Flyer oder in offiziellen Briefen an Firmen. Sie unternehme aber keine Haussammlungen oder Telefonaktionen.

Wegen der unberechtigten Abholungen hat die Tafel schon Konsequenzen gezogen: Alle Fahrer wurden mit Ausweis (Namensschild samt Unterschrift der Geschäftsleitung) ausgestattet, die Autos zudem mit Schildern der Tafel. Damit Spenden nicht in falsche Hände geraten.

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