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Umstrittenes Denkmal am Göttinger Bahnhof hat Verspätung

"Der Teufel steckt im Detail" Umstrittenes Denkmal am Göttinger Bahnhof hat Verspätung

Warten auf den Sockel: Das Denkmal für die Göttinger Sieben am Bahnhof wird später aufgestellt als ursprünglich geplant. Die für September vorgesehene Übergabe des umstrittenen Kunstwerks wurde auf November verschoben.

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Arbeiten am Denkmal in Portugal

Quelle: Möbus

Göttingen. Das erklärte Matthias Dreyer von der Stiftung Niedersachsen am Dienstag auf Anfrage. Grund seien die „sehr aufwendigen“ Meißelarbeiten an den Granitplatten, die derzeit im Norden Portugals vorgenommen werden. Es habe sich gezeigt, dass die Beschriftung des Steins mehr Zeit in Anspruch nehme als ursprünglich kalkuliert, sagte Dreyer. „Der Teufel steckt im Detail, man muss sehr vorsichtig arbeiten.“ Das sei bei einem Termin vor Ort Mitte Juli festgestellt geworden, an dem auch die Künstlerin Christiane Möbus teilgenommen habe.

 

Möbus hat das Denkmal entworfen. Die Künstlerin achte auf eine „sehr genaue Ausführung“ der Arbeiten und verlange wie die Stiftung „größte Sorgfalt“, um ein Ergebnis „höchster Qualität“ zu erzielen, betonte Dreyer. Schließlich solle das Kunstwerk „ein Denkmal für die Ewigkeit“ werden. Dafür nehme man eine Verzögerung von etwa sechs Wochen gerne in Kauf. Zumal Denkmäler dieser Größenordnung nur noch selten gefertigt würden. „Das ist für die beteiligten Firmen etwas ganz Besonderes.“

 

Unterdessen wird in einer Berliner Skulpturen-Gießerei die Bronzeplatte für das Denkmal gegossen. Dabei handele es sich um mehrere Einzelstücke, die am Ende zusammengefügt würden, erklärte Dreyer. An den umlaufenden Seiten der Platte befänden sich die gleichen Inschriften wie am Reiterstandbild in Hannover. Auch diesen Prozess begleite Möbus eng.

 

Das neue Kunstwerk vor dem Bahnhof soll rund 480 000 Euro kosten und ist ein Geschenk an die Stadt Göttingen. Derzeit ist von dem Denkmal nur der Kern zu sehen. Ab Mitte Oktober soll dieser dann von außen mit Granitplatten verkleidet werden. Zudem bekommt das Denkmal als Abschluss eine Bronzeplatte mit dem Hufabdruck eines Pferdes. In Form, Farbe, Material und Größe soll der Sockel identisch sein mit dem Sockel des Reiterstandbilds König Ernst Augusts I. vor dem Bahnhof in Hannover. Einzig Ross und Reiter fehlen. Der Granitblock wird auf der einen Seite mit den Namen der rebellischen Göttinger Sieben beschriftet, der Professoren, die 1837 gegen die Aufhebung der Verfassung und Ernst August rebelliert hatten. Hinzu kommt der Name der Künstlerin Möbus, was im Vorfeld für hitzige Diskussionen gesorgt hatte. Auf der gegenüberliegenden Seite wird der Granitblock die Inschrift „Dem Landesvater seine Göttinger Sieben“ tragen.

 

Bei dem Sockel handelt es sich um ein Geschenk mehrerer Stifter an die Stadt. Sie haben das Kunstwerk angekauft und der Stiftung Niedersachsen übergeben, die nun gegenüber der Stadt als Stifterin auftritt.

 

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