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Umweltverbände gegen Bauland am Bismarckstein

Hoffen auf politische Initiative Umweltverbände gegen Bauland am Bismarckstein

Die beiden Göttinger Umweltverbände Biologische Schutzgemeinschaft und die Kreisgruppe Göttingen des BUND fordern, dass die Flächen "Am Bismarckstein" aus dem Baulandmanagement der Stadt gestrichen werden. Sie unterstützen damit einen Antrag mehrerer Ratsfraktionen.

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Quelle: mib/Archiv

Göttingen. Das Areal, das im Landschaftsschutzgebiet liegt, und sein Umfeld zeichne sich durch "hängige Mähwiesen, ungestörte Waldrandbereiche sowie saumartige Kalkmagerrasen aus, die als besonders schützenswerte Biotope seltene Arten wie Eidechsen und Orchideen beherberge", urteilen die Verbände über die strittigen Flächen. Eine Ausweisung dieser Fläche als Baugebiet würde den Vorgaben des Leitbilds 2020 der Stadt Göttingen widersprechen. Dieses spreche sich für die Erhaltung "naturnaher Strukturen" aus und beschränke "die Bebauungen im Außenbereich auf Arrondierungen bereits bestehender Baugebiete".  Mit dem Bau "einer Streusiedlung am Bismarckstein" seien "weitere einschneidende Baumaßnahmen und Störungen" verbunden, etwa die Asphaltierung des jetzigen Sandwegs, die Legung von Gas- und Versorgungsleitungen durch das Wäldchen und möglicherweise eine Straßenanbindung zur Bundesstraße.

 

Grüne, Göttinger Linke, die Piraten-und-Partei-Ratsgruppe und Torsten Wucherpfennig (Antifa Linke) fordern ebenfalls, "die im Baulandmanagement gelisteten Flächen "Am Bismarckstein" (2.9.1, 2.9.2 und 2.9.3) aus der Bevorratung herauszunehmen und weiterhin im Landschaftsschutz zu belassen". Einen entsprechenden Antrag wollen sie am Freitag, 16. Dezember, in den Rat einbringen (Beginn 16 Uhr). Auch Hans Otto Arnold (CDU) hatte im November signalisiert, diesen Antrag mitzutragen.

 

Eine der Vorratsflächen, die im Baulandmanagement für bis zu 60 Einfamilien- und Reihenhäuser vorgesehen ist, ist im Besitz von Hans-Rudolf Kurth. Der Göttinger Investor hält sie für den Wohnungsbau für sehr geeignet – auch wegen ihrer Nähe zu den großen Arbeitgebern, wie etwa Klinikum oder Nord-Uni. „Es kann doch nicht sein, dass der gesetzliche Landschaftsschutz kurzerhand aufgehoben, das Landschaftsbild erheblich gestört und die Erholungsnutzung der Bevölkerung deutlich eingeschränkt wird, nur weil ein einzelner Investor ein Sahnestück Göttingens vermarkten möchte“, kommentiert Hans Günter Joger von der Biologischen Schutzgemeinschaft den Zusammenhang. „Bisher fehlt das klare Bekenntnis des Oberbürgermeisters, sich im Sinne des städtischen Leitbildes und des Umweltschutzes gegen die Interessen des Investors und für den Erhalt der Fläche auszusprechen“ sagte die Vorsitzende des Umweltausschusses Sabine Morgenroth (Grüne).

 

Die Verbände hoffen nun, dass die politische Initiative zur Streichung der Fläche „Am Bismarckstein“ aus dem Baulandmanagement im Rat der Stadt Erfolg haben wird.

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