Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Schaf in Mitsubishi geparkt

Überraschender Fund Schaf in Mitsubishi geparkt

Ein Schaf hat Autohändler Ali Karkaba am Montagmorgen entdeckt - in einem seiner Gebrauchtwagen. Wer es dort eingesperrt hat, ist noch unklar. Dank des kooperativen Verhaltens des Tieres gestaltete sich die Rettung entspannt. Weniger einfach war die Suche nach einer neuen Bleibe.

Voriger Artikel
Zehn Hinweise nach Überfall auf Studentin
Nächster Artikel
Irischer ­Frühling mit Tony Christie

Der Schafbock saß in einem der Autos von Händler Ali Karkaba.

Quelle: Wenzel

Göttingen. Karkaba hatte das Schaf durch Zufall gefunden, als er einem Kunden das Auto zeigen wollte. Da strömte bereits ein durchdringender Stallgeruch aus dem Wagen. Inmitten seiner Hinterlassenschaften stand das bedauernswerte Schaf in dem Wagen und meckerte gelegentlich vor sich hin. „Ich dachte zuerst, das ist ein Scherz von den Kollegen“, sagte Karkaba. War es aber nicht. Sofort versorgten seine Mitarbeiter das Tier mit Wasser und Heu.

Herkunft unbekannt

Woher das Schaf stammt und wer es in den Wagen gesperrt hat, weiß der Autohändler nicht. Am Freitag, als Karkaba Feierabend machte, war es jedenfalls noch nicht da. „Es tut mir schon ein bisschen leid“, betonte der Autohändler mit Blick auf das recht matt wirkende Schaf.

Auch die herbeigerufene Polizei war ratlos. Nur so viel war schnell klar: Die Fahrertür des Mitsubishi wurde aufgebrochen, um die Zentralverriegelung zu öffnen. Nun ermittelt die Polizei. Routine. Eher ungewöhnlich ist, dass sie sich auf die Suche nach dem Halter eines unbekannten Schafs machen muss. „Wir warten nun auf Informationen von bekannten Schäfern“, sagte Burkhard Bartschat von der Polizei am Montagmittag. Eine Markierung, die über die Herkunft aufklären könnte, hat das Schaf nicht. „Aber irgendjemand muss es ja vermissen“, erklärte Bartschat.

Schafe sind sehr widerstandsfähig

Göttingen. „Ach du lieber Gott. Das ist ja ein Ding“: So reagiert Schäfer Dirk Pieper aus Deiderode auf den ungewöhnlichen Fund des Göttinger Autohändlers. Die Berufsfeuerwehr hatte ihn zuerst gefragt, ob er das herrenlose Tier aufnehmen könne. Pieper aber hat derzeit, so kurz vor Ostern, den Stall voller Tiere.

Er habe jedenfalls von keinem seiner Schäfer-Kollegen gehört, dass diesen ein Schaf fehle, sagt Pieper. Er vermutet, dass das Tier irgendwo „schwarz gehalten“ und dort gestohlen wurde. Dafür spreche, dass das Schaf keine Ohrmarke hatte. Diese sei nach der sogenannten Viehverkehrsverordnung Pflicht. Mithilfe der Marke könne man dann schnell den Besitzer des Tieres ausfindig machen.

Pieper glaubt, dass das Schaf in dem Auto nicht über die Maßen gelitten hat. „Schafe sind sehr widerstandsfähig, es wird schon keinen Schaden genommen haben in der kurzen Zeit“, erklärt der Schäfer. Wasser und Futter habe es ja von den Mitarbeitern des Autohändlers schnell bekommen.

Von einem ähnlichen Fall habe er noch nicht gehört, sagt Pieper. Es seien schon mal Schafe durch die Stadt gelaufen. „Aber dass jemand offenbar bewusst ein Schaf in ein Auto sperrt, das ist verrückt. Da wollte sich wohl jemand einen Spaß erlauben.“ Lustig finde er das aber nicht. afu

Es fand sich aber niemand. Also wurde am frühen Montagnachmittag die Abteilung Tierrettung der Göttinger Berufsfeuerwehr hinzugezogen. Ein Schaulustiger nahm das Eintreffen der Helfer zum Anlass, das Tier erst einmal aus dem Auto zu befreien. Zwar gab sich der kleine Bock recht zahm, trotzdem musste er die nächste Stunde an der Leine verbringen - zur Sicherheit. Das schien ihn aber nicht zu stören. Von gelegentlichem Meckern abgesehen, wartete er geduldig.

Die Suche nach einer geeigneten Unterkunft gestaltete sich allerdings schwierig. Das Tierheim erklärte sich für nicht zuständig. Auch sonst war niemand erreichbar, der sich vorübergehend um das herrenlose Schaf kümmern konnte. Also nahm die Feuerwehr das Tier kurzerhand mit auf die Wache.

Guter Gesundheitszustand

Wenig später fand sich in Schäfer Rüdiger Grossert aus Ischenrode doch noch jemand, der das Tier dort abholte. „Erst mal bekommt er Pflege“, sagte Grossert. Er vermutet, dass es sich bei dem jungen Bock um eine Skudde handelt, eine kleine Rasse aus Ostpreußen. Gesundheitlich sei das Tier in einem guten Zustand, und ängstlich sei es auch nicht.

„Er kommt wohl nicht aus schlechten Verhältnissen“, vermutet der Schäfer. Der Bock habe sofort Heu gefressen und Wasser getrunken. Jetzt warte er ab, ob sich jemand melde, sagte Grossert. Was unterdessen mit dem streng riechenden Mitsubishi passiert, weiß Autohändler Karkaba noch nicht. „Das war schon vorher ein Sonderfall“, sagte er lachend.

Von Andreas Furhmann und Finn Lieske

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Göttingen

Wer hat das Schaf im Mitsubishi eines Göttinger Gebrauchtwagenhändlers eingesperrt? Und woher stammt es? Diese Fragen sind der Polizei zufolge auch einen Tag nach dem ungewöhnlichen Fund völlig offen.

mehr
Der Wochenrückblick vom 3. bis 9. Dezember 2016