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Unendliche Geschichte

Göttinger Gruppe Unendliche Geschichte

Die Pleite des umstrittenen Finanzkonzerns Göttinger Gruppe entwickelt sich immer mehr zu einer unendlichen Geschichte. Mehr als fünf Jahre nach der Insolvenz wird das Landgericht Göttingen noch immer mit Schadensersatzklagen von Anlegern zugeschüttet.

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Bergeweise Akten: Das Landgericht Göttingen wird weiter mit Schadensersatzklagen zugeschüttet.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Allein in den vergangenen drei Monaten sind etwa 600 neue Klagen eingegangen, mehrere hundert weitere sind bereits angekündigt. Inzwischen beschäftigen sich zwei Kammern des Gerichts ausschließlich mit Klagen geschädigter Anleger. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin verhandelten sie bis zum Jahresende etwa 4400 Verfahren.

Nach Kenntnis des Landgerichts Göttingen entwickelte sich die Klageflut von Anlegern der Göttinger Gruppe damit zu eine der größten Verfahrensserien in Deutschland. Zum Vergleich: Im bislang größten Anlegerprozess um den dritten Börsengang der Deutschen Telekom, der im Mai 2012 endete, verhandelte das Oberlandesgericht Frankfurt über rund 2700 Verfahren.

Das Göttinger Landgericht wird damit vor immer größere logistische Probleme gestellt, weil ständig weiterer Platz für die viele Tonnen schweren Akten benötigt wird. Inzwischen füllen die kilometerlangen Reihen von Aktenordnern die komplette ehemalige Bibliothek, den davor liegenden langen Flur und einen großen Unterrichtsraum.

In den meisten Verfahren, die in diesem Jahr verhandelt wurden, fassten die Richter einen Beweisbeschluss. Ein vom Gericht beauftragter Sachverständiger soll prüfen, ob das Beteiligungssystem der Göttinger Gruppe tragfähig war. Das Gutachten soll unter anderem Auskunft über die Kostenstruktur des Anlagemodells geben. Dabei geht es insbesondere um die Frage, ob ein Verlust des eingesetzten Kapitals überwiegend wahrscheinlich war. Wann das Gutachten vorliegen wird, ist noch unklar, so dass sich die Verfahren noch über längere Zeit hinziehen werden.

Auch das Oberlandesgericht Braunschweig ist mit der Göttinger Gruppe befasst. Dort sind 48 Verfahren anhängig, die ein früheres Führungsmitglied angestrengt hat. Der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende fordert eine finanzielle Entschädigung wegen überlanger Verfahrensdauer. Der Ex-Chef des Finanzkonzerns hat nach Angaben eines OLG-Sprechers Prozesskostenhilfe beantragt. Die Anträge seien zur Stellungnahme an das Land Niedersachsen weitergeleitet worden.

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