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Ungebetene Besucher vorsichtig ausquartieren

Fledermäuse Ungebetene Besucher vorsichtig ausquartieren

Schreck in der Abendstunde: In einer von ihr betreuten Wohnung entdeckte eine Geismaranerin illegale Untermieter. Einige kleine Fledermäuse waren durch ein gekipptes Fenster eingeflogen.

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Winzig klein: Zwergfledermaus auf einem Stein.

Quelle: Haberstock

Geismar.  „Das sind junge Zwergfledermäuse, die fliegen im Herbst nach Auflösung der Wochenstuben umher“, erkannte Hans-Joachim Haberstock, Fledermaus-Regionalbetreuer im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Göttingen und des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

Sieben der kleinen Säuger hatte die Frau zunächst gesehen, 40 waren es schließlich, als der Fledermausbeauftragte das Zimmer absuchte. Haberstock half der Frau aus Geismar, die unwillkommenen Wohnungsbesetzer einzufangen und wieder ins Freie zu setzen.

Drei bis vier solcher Rettungseinsätze, „in guten Fledermausjahren wie 2011 sogar ein gutes Dutzend“ leistet der Varloser in der Regel zwischen August und September. Manchmal sind es einzelne Fledermäuse, manchmal ganze Scharen von Jungtieren, die sich auf Erkundungsflügen in menschliche Behausungen verirren und dort für Schrecken sorgen. Dabei, sagt Haberstock, sei Panik gar nicht angebracht: „Die Tiere sind nicht gefährlich und machen auch nichts kaputt.“

Auf der Suche nach einem Quartier setzen sie sich zumeist in Gardinen, hinter Schränke oder Bilder. Wer die pelzigen Flieger im eigenen Domizil entdeckt, kann zunächst versuchen, sie durch Eigeninitiative zum Ausfliegen zu bewegen. „Manchmal reicht es, ein Fenster aufzumachen und laute Musik anzustellen“, sagt der Fledermausexperte. Wenn das nichts helfe, sollten die tagsüber ruhenden Tiere vorsichtig und mit Handschuhen von ihrem Platz abgenommen und in einen ausgepolsterten Karton gesetzt werden. „Nicht vor dem Abend freilassen, weil sie da erst wieder munter werden“, betont Haberstock.

Sollte all das nicht funktionieren oder sich, wie in Geismar, eine ganze Horde ins eigene Wohnzimmer verflogen haben, hilft der Fledermausschützer gern. „In solchen Fällen ist es besser, wenn ein Fachmann dazukommt.“

Der Fledermaus-Regionalbetreuer Hans-Joachim Haberstock berät im Landkreis Göttingen zum Thema Fledermäuse. Erreichbar ist er per E-Mail unter haberstock@gmx.de oder telefonisch unter 0 55 02 / 35 49.

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