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Uni Göttingen untersucht Göttingens Untergrund mit Schallwellen

Einzigartiges Projekt Uni Göttingen untersucht Göttingens Untergrund mit Schallwellen

Am Montag beginnt in Göttingen ein landesweit einzigartiges Projekt. Mit Schallwellen will die Universität in den nächsten Tagen den Göttinger Untergrund untersuchen lassen.

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Quelle: ef

Göttingen. Damit soll geklärt werden, inwieweit Erdwärme künftig bei der Energieversorgung der Uni und Universitätsmedizin Göttingen (UMG) eine Rolle spielen könnte. Denn die Kosten für den Energieverbrauch beider Einrichtungen betragen rund 30 Millionen Euro pro Jahr.

Für die Messungen kommen 26 Tonnen schwere Lastwagen zum Einsatz, die in dieser Woche in Göttingen angekommen sind. Sie erzeugen mit speziellen Vibratoren Schallwellen, die an der Grenze unterschiedlicher Gesteinsschichten reflektiert werden. Geophone, eine Art Mikrofon, messen die Laufzeiten der Wellen bis zum Erreichen der Oberfläche. Damit kann die Struktur des Untergrundes bis zu einer Tiefe von 5000 Metern sichtbar gemacht werden. Dieses Verfahren wurde vor mehr als 100 Jahren von Ludger Mintrop, einem Schüler Emil Wiecherts, in Göttingen entwickelt (Mintrop-Kugel).

Es gibt zwei Messlinien von jeweils zehn Kilometern Länge. Die erste verläuft von Lenglern über Lutteranger und Grüner Weg, vorbei am Klinikum über Von-Siebold-Straße, Kreuzbergring, Ewaldstraße und weiter bis zur Sternwarte. Die zweite Messlinie beginnt südlich von Herberhausen, verläuft durch das Ostviertel über den Nikolausberger Weg am Finanzamt und der Sparkassenarena vorbei über den Egelsberg und das Groner Industriegebiet bis Elliehausen.

Bevor es in der Stadt in den nächsten Tagen laut wird, werden am Montag aber erst einmal die Geophon-Ketten ausgelegt, wie Dr. Bernd Leiss vom geowissenschaftlichen Zentrum erklärt – und zwar entlang der ersten Messlinie zwischen Lenglern und Sternwarte. Das werde mindestens den ganzen Tag dauern. Immerhin müssen die Geophon-Ketten entlang einer zehn Kilometer langen Strecke ausgelegt werden. Dabei werden sie nach Angaben von Leiss sowohl über Fahrbahnen gelegt als auch an Masten über diese hinweggeführt. „Dienstag könnte es dann mit ersten Tests losgehen“, sagt Leiss. Diese würden wahrscheinlich bei Lenglern im freien Gelände beginnen. Frühestens am Mittwochmorgen kämen die großen Vibrationsfahrzeuge dann auch im Stadtgebiet zum Einsatz.

Ein Messtrupp besteht aus drei bis vier Vibrator- und zwei bis drei Begleitfahrzeugen. Es kann zu Verkehrsbehinderungen kommen. Alle 25 bis 50 Meter ist ein Messpunkt, an dem die Vibrationsfahrzeuge jeweils etwa zehn Sekunden lang Schallwellen erzeugen, Das ist nach Angaben von Leiss etwa so laut wie ein Presslufthammer. Die Schwingungen sind vergleichbar mit denen, die Schwerlastverkehr verursacht. Nach Angaben der Uni geht von den Messungen keine Gefahr für Menschen oder Gebäude aus.

Die Messungen, die etwa 300000 Euro kosten, sollen bis zum 27. März dauern. Mit ihnen will die Universität herausfinden, welche Gesteinsstrukturen im Untergrund vorkommen. Erst dann weiß man, ob sich die Nutzung von Erdwärme lohnen würde. Die Daten werden in den nächsten Monaten ausgewertet und dann der Öffentlichkeit präsentiert. Frühestens in sieben bis acht Jahren könnte dann mit Erdwärmebohrungen begonnen werden.

Die Universitätsenergie Göttingen GmbH, eine Tochtergesellschaft von Uni und UMG, ist Auftraggeber. Sie lässt die Messungen auf Grundlage eines Konzeptes des geowissenschaftlichen Zentrums von der Firma Geophysik GGD GmbH aus Leipzig und der Tesla Exploration Ltd. aus Kanada ausführen. Eine Genehmigung der Behörden liegt vor.

Erdwärme, auch Geothermie genannt, ist eine regenerative Energiequelle aus der Erde, mit der Gebäude geheizt oder gekühlt werden können. Vorteil: Sie kann das ganze Jahr über rund um die Uhr witterungsunabhängig genutzt werden. Zudem besitzt die Uni bereits ein eigenes Heizkraftwerk und Fernwärmenetz.

Die genauen Messlinien
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