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Unimog statt Fitness-Studio

Modellbörse in der Weender Festhalle Unimog statt Fitness-Studio

Das „Universale Motorengerät“ - der Unimog ist Thema der Göttinger Modellbörse am Sonntag, 24. April. Das Gefährt gilt unter Experten als das vielseitigste und eines der geländegängigsten der Welt.

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Kleiner Unimog im großen Unimog.

Quelle: r

Weende. 70 Jahre ist der Unimog alt - und schon sehr früh zur Legende geworden. Das Fahrzeugkonzept war die Antwort auf den Morgenthau-Plan der Besatzungsmächte, wonach Deutschland nach dem Krieg ein Agrarland werden sollte. Der ehemalige Daimler-Benz-Mitarbeiter Albert Friedrich begann bereits 1945 mit der Planung eines Universalfahrzeuges, das einem Traktor in vielen Punkten überlegen sein sollte. Bereits im Frühjahr 1946 wurde der Name Unimog geboren und noch im selben Jahr das erste Chassis auf die Räder gestellt.

Zuerst versuchten sich einige Kleinfirmen an dem Projekt, dann übernahm die Firma Boehringer aus Göppingen die Produktion der ersten Serie. 1950 sprang Daimler Benz auf den Zug der wachsenden Nachfrage für das Fahrzeug auf, und ab 1951 liefen alle Unimogs mit dem Stern auf der Haube vom Band.

Das automobilistische Multitalent half der Bundesrepublik in den Anfangsjahren, das Land aufzubauen. Der Unimog war in der Land- und Holzwirtschaft, in Kommunen, beim Straßenbau, bei Feuerwehren, Expeditionen und Militär unentbehrlich und bald auch weltweit unterwegs. Der Hersteller warb mit dem Slogan „langsamster und schnellster Schlepper der Welt“; da er mit 3,4 Stundenkilometer vor sich hin ackern, aber auch mit sage und schreibe 53 Sachen auf der Autobahn - damals noch erlaubt - unterwegs sein konnte. Auch die Bundeswehr entschied sich für den Unimog als eines ihrer Standardfahrzeuge.

Am Sonntag wird ein echter Unimog, Modell S, im Maßstab 1:1 vor der Weender Festhalle stehen. Das funktionstüchtige Gefährt wurde 1960 gebaut und hat einen Benzinmotor mit 80 PS - gut für einen Verbrauch von bis zu 40 Litern pro 100 Kilometer. Ausgeliefert wurde es damals als VLF (Vorauslöschfahrzeug) mit Vorbau-Seilwinde und Mannschaftsraum über die gesamte Fahrzeugbreite. Wer den fast fünf Tonnen schweren Wagen heute fährt, kann sich den Besuch im Fitness-Studio sparen: Den Wagen ohne Servolenkung um die Kurven zu zerren, kostet jede Menge Kraft am Lenkrad, im Stand geht das gar nicht.

Zur Modellbörse am Sonntag in der Weender Festhalle, Ernst-Fahlbusch-Straße 20, werden im Foyer zudem Modelle und Dokumentationen zum legendären Unimog gezeigt. Der Service für Besucher, die für ihr mitgebrachtes altes Modell-Spielzeug eine unverbindliche und kostenlose Werteinschätzung erhalten können, wird auch an diesem Sonntag geboten, teilen die Veranstalter Cornelia und Martin Schmidt mit. Öffnungszeit: 10 bis 16 Uhr.

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