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Universität Göttingen baut Alte Mensa am Wilhelmsplatz um

Überraschungsfunde geben Einblick in die Stadtgeschichte Universität Göttingen baut Alte Mensa am Wilhelmsplatz um

Bei Umbauarbeiten in der Alten Mensa am Wilhelmsplatz haben die Mitarbeiter des Gebäudemanagements der Universität Stadtgeschichte freigelegt: Kapitelle und Mauerwerk eines alten Klosters sowie eine Stuckdecke, die angelegt wurde, als das Haus nach 1820 zum Theater umgewidmet wurde. Die Funde sollen möglichst nach der Fertigstellung sichtbar erhalten werden.

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Blick auf freigelegten Keller-Zugang: Rainer Bolli und Robert Förster (vorn) auf der Mensa-Baustelle.

Quelle: Vetter

Göttingen. Rund 2,3 Millionen Euro investiert die Uni am Wilhelmsplatz in den Umbau des Gebäudes in ein Tagungszentrum mit 400 Plätzen. Neben der Modernisierung steht auch die Sicherung historischer Bausubstanz auf dem Plan, „die Archäologie begleitet uns“, sagt Rudolf Förster vom Gebäudemanagement der Universität Göttingen.

Noch Anfang des 19. Jahrhunderts standen auf dem Wilhelmsplatz Teile des Barfüßerklosters, das um 1300 gegründet wurde. Von 1820 an wurde der Platz umgestaltet: Die Kirchenbauten mussten weichen. Der Bauunternehmer Christian Friedrich Andreas Rohns errichtete dort einen Tanzsaal, der bald zu einem Theater umgebaut wurde.

Aus verschiedenen Nutzungsepochen stammt, was während der Sanierung freigelegt wurde. So tauchte im ehemaligen Küchenbereich Mauerwerk eines bislang unbekannten Zugangs zum Klosterkeller auf. Schlusssteine markieren eine Treppe, „wahrscheinlich in einen ehemaligen Lagerraum der Klosterbrauerei“, glaubt Förster.

Ornamente mit Blattgold

Im gesamten Gebäude wurde wiederverwendetes Material aus der Klosterruine entdeckt. Scherben und Tongefäße wurden aus dem Erdreich geborgen, aber auch Zeugnisse für spätere Nutzungen und Umbauten wie blecherne Thermoskannen, Eckstein-Cigaretten-Schachteln und eine Dose, die 1945 „Biscuits“ enthielt.

Spektakulär ist, was beim Abriss einer Zwischendecke zum Vorschein kam: eine Stuckdecke, an deren Ornamenten teilweise noch das Blattgold sichtbar ist, mit denen sie für die Theaterphase überzogen worden waren.

Auch die Decke möchte Rainer Bolli, Leiter des Gebäudemanagements, mit Hilfe von Restauratoren so wieder herstellen, „wie sie einmal ausgesehen hat, aber wir verwenden vielleicht besser Bronze statt Gold“ sagt er mit Blick auf notleidende öffentliche Kassen.

Das Göttinger Stadtarchiv und das Museum unterstützen die Recherchen. Auch die Bevölkerung könnte dazu beitragen, das frühere Aussehen zu ergründen: Die Uni-Pressestelle hofft, dass es noch historische Darstellungen des Theaters gibt.

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