Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Universitätsmedizin: Jeder vierte Vertrag befristet

Stadt Göttingen knapp unter Bundesdurchschnitt Universitätsmedizin: Jeder vierte Vertrag befristet

Die Zahl der Beschäftigten mit einem befristeten Arbeitsvertrag ist in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Laut statistischem Bundesamt hatten im Jahr 2008 2,7 Millionen Arbeitnehmer oder 8,9 Prozent aller Erwerbstätigen eine zeitlich befristete Stelle. 1991 lag die Quote noch bei 5,7 Prozent. Wie gehen große Göttinger Arbeitgeber mit dem Thema Befristungen um?

Voriger Artikel
Grünkohlernte hat begonnen
Nächster Artikel
Doppelt so viele Pilz-Fälle wie üblich

„Wegen der Arbeitsmarktsituation praktikabel“: Befristete Verträge vergeben alle großen Göttinger Arbeitgeber.

Bei der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) mit 7000 Mitarbeitern sind laut Sprecher Stefan Weller 25 Prozent aller Arbeitsverträge befristet. Grund für die hohe Quote sei, dass man viele Mitarbeiter habe, deren Beschäftigung von einer Förderung abhängig sei. Zudem beschäftige die UMG viele Ärzte, die sich in der Ausbildung zum Facharzt befinden. Ferner seien mehr als 70 Prozent der Beschäftigten weiblich. Von ihnen würden viele Elternzeit in Anspruch nehmen. Folge: „Viele befristete Einstellungen als Vertretung.“

Bei der Stadt Göttingen haben von 2022 Mitarbeitern 165 einen befristeten Vertrag, wie Sprecher Detlef Johannson mitteilte. Das entspreche einer Quote von 8,16 Prozent, die seit 2008 recht konstant sei. Sie habe davor aber auch schon bei fünf Prozent gelegen, sagte Johannson. Seit 2008 erfolgten alle externen Stellenbesetzungen mit Zustimmung der Personalvertretung grundsätzlich zunächst auf ein oder zwei Jahre befristet ohne sachlichen Grund. Das Verfahren sei „aufgrund der Arbeitsmarktsituation praktikabel“. Wer sich bewähre, erhalte anschließend einen unbefristeten Arbeitsvertrag.

Bei Sartorius in Göttingen sind zurzeit 1910 Mitarbeiter beschäftigt, davon 81 (4,2 Prozent) mit einem befristeten Vertrag. Der Anteil der Befristeten habe sich in den vergangenen Jahren auch nicht relevant verändert, sagte Sprecherin Petra Kirchhoff. Insgesamt würden Befristungen bei Sartorius kaum eine Rolle spielen.

Die Agentur für Arbeit kann nur Zahlen zu Befristungen bei Neueinstellungen liefern. Nimmt man die gemeldeten Stellen als Grundlage, lag hier der Anteil befristeter Stellen in den vergangenen zehn Jahren zwischen 23,3 und 29 Prozent, wie Pressesprecherin Christine Gudd mitteilte. In diesem Jahr betrage er aktuell 25,9 Prozent, was etwa zwei Prozentpunkte mehr seien als noch vor einem Jahr. „Das ist Bundesschnitt.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Von Redakteur Andreas Fuhrmann

Bundestagswahl: Die Kandidaten im Netz