Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 9 ° Regenschauer

Navigation:
Universitätsorchester Göttingen mit Musik der Romantik am Wilhelmsplatz

Dezent brodelnd Universitätsorchester Göttingen mit Musik der Romantik am Wilhelmsplatz

Die Kraft der Gefühle: Wer sich durch die starke Musik der Romantik gerne emotional bewegen lässt, kam beim Konzert des Göttinger Universitätsorchesters auf seine Kosten. Das 70-köpfige Ensemble spielte am Freitag und Sonnabend in der Aula der Universität ein Programm bekannter Orchesterwerke des 19. Jahrhunderts. Der Auftritt am Freitag unter dem Dirigat von Ingolf Helm bekam sehr viel Applaus von einem vorwiegend jungen Publikum.

Voriger Artikel
Dreifach-Konzert im Göttinger Keller-Club Nörgelbuff
Nächster Artikel
Habicht wird in Obernfeld zum Problem

Mit langem Atem: das Universitätsorchester.

Quelle: Pförtner

Göttingen. Der Abend beginnt mit der Ouvertüre zu der „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber (1786-1826). Sie beinhaltet bereits die Essenz dieser Romantik-Oper – also die Stimmungen von heimelig bis bedrohlich, von Glück bis Dramatik. Genau die Gratwanderung zwischen all diesen Gefühlen gelingt dem Orchester hervorragend. Dirigent Helm baut die Spannung langsam auf, steigert sie und löst sie zum Ende jubilierend und kraftvoll auf.

Mit der Sinfonie Nr. 4 von Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) folgt als Kontrast ein luftiges Werk voller Leichtigkeit. Die jungen Musiker feiern die vielen schönen und zarten Melodien dieser  „Italienische Symphonie“.  Das von den Streichern geprägte Werk scheint gelegentlich alle Schwerkraft dieser Welt aufzuheben. Doch trotz aller Schönheit: Das Universitätsorchester lässt es unter der Oberfläche ganz dezent brodeln, lässt eine zweite differenzierte Ebene erahnen jenseits einer oberflächlichen Glückseligkeit. Damit schenkt der Klangkörper dem Werk eine weitere Dimension. Die Souveränität und der lange Atem des Orchesters zeigt sich noch mehr nach der Pause. Antonín  Dvořáks (1841-1904) 9. Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ strotzt nur so Optimismus – nicht nur bei dem markanten und berühmten Horn-Thema im ersten Satz. Dabei meistert das große Ensemble sehr dynamisch den Spagat zwischen verträumt-gefühlvollen Passagen, einem fast schon swingenden Scherzo und der vollen Wucht der stürmischen Aufbruchsstimmung dieses Werks.

Das Publikum bedankte sich bei den Musikern und dem Dirigenten jubelnd und mit lange anhaltendem Applaus. Völlig zu recht. Mit Dvořáks Horn-Thema als Ohrwurm verließen die Zuhörer die Aula. Manche pfiffen die Melodie noch auf dem Weg nach Hause.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Tanzende Schneeflocken im "Kauf Park"