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Unruhe im Alma-Louisen-Stift in Adelebsen

Mitarbeiter klagen über Schikanen Unruhe im Alma-Louisen-Stift in Adelebsen

Der Konflikt zwischen der Leitung des Alma-Louisen-Stifts in Adelebsen und der Gewerkschaft Verdi schwelt weiter. In der Auseinandersetzung geht es um den von der Leitung seit Jahren geforderten Verzicht auf Teile des Lohns und um Schikanen, von denen Mitarbeiter berichten.

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Der Konflikt zwischen der Leitung des Alma-Louisen-Stifts in Adelebsen und der Gewerkschaft Verdi schwelt weiter.

Quelle: Hinzmann

Adelebsen. Unstrittig ist, dass in der diakonischen Einrichtung seit 2006 Mitarbeiter aufgrund von Zusatzverträgen auf Teile ihres Gehaltes verzichtet haben.

Geschäftsführer Ludger Temme und Hans-Georg Wojas, Vorsitzender des Trägervereins, hatten betont, dieser Weg nur deshalb beschritten worden, um das wirtschaftliche Überleben der Einrichtung zu sichern. Dieser Weg werde von Großteil der 110 Beschäftigten mitgetragen.

Die Gewerkschaft Verdi hat allerdings Zweifel an der Rechtmäßigkeit der von den Mitarbeitern unterschriebenen Vereinbarungen. Die Gehälter lägen unter denen im diakonischen Arbeitsrecht vorgesehenen Bezügen, so Gewerkschaftssekretärin Julia Niekamp.

Die Gewerkschaft bereitet deshalb Klagen für die Mitarbeiter vor, die den Weg nicht mehr mitgehen wollen. Für die Leitung des Altenheims ist dagegen arbeitsrechtlich alles in Ordnung. Auch die Mitarbeitervertretung hat sich hinter die Linie des Hauses gestellt.

Die Mitarbeiter, die sich gegen die Zusatzverträge wehren, stoßen sich insbesondere daran, dass der aktuelle Zusatzvertrag, anders als die Verträge bisher, zeitlich unbefristet ist. Künftige Entgelterhöhungen sollen sich laut Vertrag allein nach der wirtschaftliche Lage des Unternehmens richten.

Außerdem klagen Mitarbeiter darüber, dass diejenigen, die sich weigerten, die Zusatzverträge zu unterschreiben, unter Druck gesetzt würden. In anonymen Schreiben und auch persönlichen Gesprächen berichten mehrere Mitarbeiter darüber, dass Beschäftigte, die nicht unterschrieben hätten, vor eine Kommission des Hauses geladen worden seien, um doch noch eine Unterschrift zu erreichen.

Außerdem wird von Versetzungen, der Zuteilung von schlechten Diensten, Degradierungen und Schikanen berichtet. „Das war richtig demütigend“, sagt eine Frau über die ihr zugeteilte Aufgabe.

Pflegedienstleiter Mathias Möbs weist die Vorwürfe, Mitarbeiter würden unter Druck gesetzt, zurück. Im November werde es eine allgemeine Umstrukturierung im Haus geben, von der alle Mitarbeiter betroffen seien. Der Adelebser Pastor Hartmud Plath wirkt als Vorstand im Trägerverein des Hauses. Er sei einmal bei einem Gespräch dabei gewesen, in dem es darum ging, dass ein Mitarbeiter den Zusatzvertrag unterschreibt, so der Pastor.

Er trage den Weg des Hauses mit, weil es darum gehe, Arbeitsplätze zu erhalten. Bisher habe ihn nur indirekt eine Beschwerde eines Mitarbeiters über Schikanen erreicht. Dies habe sich im Gespräch mit dem Geschäftsführer jedoch anders dargestellt.

Zum Januar ist im neuen Zusatzvertrag eine Entgelterhöhung um sechs Prozent vorgesehen. Damit liegen die Gehälter aber weiter unter den für die Diakonie vorgesehenen Bezügen, wie auch die Geschäftsführung einräumt.

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