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Unser tägliches Gras gib uns heute

Wätzolds Woche Unser tägliches Gras gib uns heute

Ich glaube, ich habe da was falsch verstanden. Galt bei den Christen nicht immer, dass jeder Mensch sein Kreuz zu tragen hat? Gott gibt uns etwas auf, dass wir daran wachsen. So hieß es doch immer. Zum Beispiel eine Gluten-Unverträglichkeit.

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Quelle: GT

Nun werden aber neuerdings in immer mehr Gemeinden in Göttingen und im Eichsfeld glutenfreie Oblaten zum Abendmahl gereicht. So was. Jesus wurde doch vor der Kreuzigung auch nicht gefragt, ob er ’ne Nickelallergie hat.
Nicht, dass Gott jetzt sauer wird, weil die Gläubigen da mogeln. Denn wenn der Schöpfer erst mal in Rage gerät, kann das ganz böse enden. Fragt mal Lots Frau …

 
Aber eigentlich finde ich es ja ganz prima, dass die Kirche nun offener für solche Alternativen ist. Und ich denke, das ist noch ausbaufähig! Was ist denn zum Beispiel mit den Kirchgängern, die eine Weihrauch-Allergie haben? Könnte man denen nicht auch was anderes anbieten? Momentan sprießt doch im Stadtgebiet überall wild gesätes Marihuana. Wenn die örtlichen Küster und Kaplane nun schneller ernten als die Polizei und in den Gottesdiensten damit räuchern, dann werden das bestimmt ganz charismatische Veranstaltungen. Und das Brot des Abendmahls wird sicher mit nie da gewesenem Genuss verspeist. Ich kann mir gut vorstellen, dass so eine Maßnahme auch gut geeignet wäre, um eine Trendwende beim Mitgliederschwund zu erreichen. Ich würde jedenfalls sofort und mit dreifachem Halleluja eintreten!

 
Göttingens Polizei scheint die halblegale Gottesgabe ohnehin nicht zu vernichten, sondern den Kollegen in Northeim zum Konsum zukommen zu lassen. Denn da hat sich zwar die örtliche Neo-Naziszene unter dem Titel „Natives Northeim“ neu formiert und ruft dazu auf, „den Schmutz aus den Straßen zu kehren“. Northeims Polizeisprecher gab allerdings bekannt, dass diese Aktivitäten kein Grund zur Besorgnis darstellen und die Kollegen deshalb sehr entspannt seien. Und wie bekifft müssen die zuständigen Ordnungshüter sein, wenn sie selbst dabei noch sehr entspannt sind?

 

Von Lars Wätzold

 

Den Autor erreichen Sie unter redaktion@goettinger-tageblatt.de

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