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Unseriöse Anrufer drängen in Göttingen auf Wechsel von Lieferanten

Strom und Gas Unseriöse Anrufer drängen in Göttingen auf Wechsel von Lieferanten

Mit zweifelhaften Mitteln versuchen derzeit Anrufer von Callcentern, Bürger auch in Göttingen zu einem Wechsel des Gas- und Stromlieferanten zu überreden. Die Verbraucherzentrale Göttingen warnt davor, auf solche Angebote einzugehen.

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(Symbolbild)

Quelle: dpa

Göttingen. Mehrmals, sagt Tageblatt-Leser sei er in der Vergangenheit wegen eines Tarifwechsels für Strom und Gas angerufen worden – zuletzt vor einigen Wochen. Diesmal habe sich der Anrufer als Mitarbeiter des Otto-Versands ausgegeben.

Der Mann sei jedoch sehr aggressiv aufgetreten. Nach längerem Gespräch, so Brock, habe er eine E-Mail erhalten, mit der er einen Wechsel zum Anbieter RWE bestätigen solle. Erst danach könnten ihm die Unterlagen zugesandt werden.

Das sei ihm „spanisch und unseriös“ vorgekommen, sagt Brock. Er werde vorab keine Bestätigung des Wechsels abgeben. Stattdessen schrieb er den Otto-Versand an und bat um Auskunft, ob der Anruf im Auftrag des Unternehmens geschehen sei. Falls ja, möge man ihn „mit solchen unseriösen Angeboten zufrieden“ lassen.

Außerdem verglich Brock das dubiose Angebot mit seinen bisherigen Verbrauchszahlen. Ergebnis: Statt der behaupteten jährlichen Ersparnis in Höhe von 300 Euro wären ihm bei einer Annahme des Angebots Mehrkosten in Höhe von 36,52 Euro entstanden.

„Diese Form der Anrufe“, sagt Kathrin Körber, Rechtsexpertin der Göttinger Verbraucherzentrale, „begleiten uns das gesamte Jahr über. Bei Abzocken oder unlauterem Handeln gibt es keine Sommerpause.“ Der Verbraucher habe „ganz richtig gehandelt und sich nicht einschüchtern lassen“.

Unterlagen, um mögliche Kunden zu informieren, verschickten seriöse oder interessierte Unternehmen in aller Regel ohne Bedingung, merkt die Göttinger Verbraucherschützerin an.

Callcenter riefen immer wegen ganz unterschiedlicher Verträge an. Mal sind des Zeitschriften, dann Telekommunikationsverträge, dann wieder Energielieferverträge. Mittlerweile haben Verbraucher wenig Vertrauen in Telefonanrufe von Callcentern. Körber: „Dennoch finden viele Verbraucher keinen souveränen Ausstieg aus den Verkaufsgesprächen, denn der verbale Druck der aufgebaut wird, ist enorm.“

Körbers Rat: „Traue niemanden. Schlimm eigentlich, denn ordentliches aufrichtiges Geschäftsgebaren scheint heute eine Ausnahme.“ Und Brocks Fazit: „Ich finde es eine Unverschämtheit, dass insbesondere ältere Mitbürger so übers Ohr gehauen werden sollen.“

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Von Redakteur Matthias Heinzel

Der Wochenrückblick vom 26. November bis 2. Dezember 2016