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Untermieter statt Post im Briefkasten

Vogelfamilie Untermieter statt Post im Briefkasten

Jutta Stubbes Mitbewohner ziehen pünktlich zum Frühjahr ein, jedes Jahr aufs Neue. Miete müssen sie für ihr Quartier nicht zahlen – schließlich leben sie nur einige Wochen im Briefkasten. Bei den Untermietern der Bovenderin handelt es sich um eine Meisenfamilie.

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Die Jungvögel sind im Briefkasten geschlüpft.

Quelle: Stubbe

Wenn Jutta Stubbe im Frühjahr das erste Moos, Federn und Gräser in ihrem Briefkasten entdeckt, stellt sie das Schild „Stopp! Vögel brüten wieder hier! Bitte alle Post in den Karton“ auf. In diesem Jahr war es Ende März, als sich der Einzug der Meisenfamilie ankündigte. Anfang April lag bereits das erste Ei im Nest. „Zehn sind es in diesem Jahr geworden. Aber ausgebrütet werden meist nicht alle“, erzählt die Bovenderin. 

In Abwesenheit der Vogelmutter wagt Stubbe zuweilen kurze Blicke in die Kinderstube – mit der Kamera im Anschlag. Wenn die Meise sich gestört fühlt oder ihr Gelege in Gefahr wähnt, beginnt sie zu schimpfen, „sie wird richtig ärgerlich“, berichtet die Tierfreundin. Laut werde es auch, wenn die Jungvögel schlüpfen, „sie machen einen Höllenlärm“. In diesem Jahr war es am 1. Mai soweit, eine Woche eher als im vergangenen Jahr.

Bislang konnte Stubbe den Ausflug der Vogelkinder noch niemals beobachten. „Irgendwann sind sie einfach weg.“ Allerdings musste sie einmal eine Katze verscheuchen, die den Jungvögeln auflauerte. Und in einem anderen Jahr war versehentlich doch eine Briefsendung im Kasten gelandet, was einen der kleinen Untermieter das Leben kostete. In der Regel aber haben die Meisen bei Stubbe nichts zu befürchten – und werden deshalb sicher immer wieder kommen.

                                                                                                        Von Katharina Klocke

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