Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Unterstützung für missbrauchte Kinder

Projekt Phoenix Unterstützung für missbrauchte Kinder

Von häuslicher oder sexueller Gewalt betroffene Kinder zu unterstützen – das war ein wichtiges Ziel der 2009 gestarteten Projektes Phoenix. Ein weiteres wichtiges Ziel der an den Frauen-Notruf angegliederten Beratungsstelle war, durch vorbeugende Arbeit solche Gewalt schon im Vorfeld zu verhindern oder möglichst frühzeitig aufzudecken. Am Ende der Projektphase hat Phoenix nun eine Bilanz der Arbeit gezogen.

Voriger Artikel
Militär-Krankenwagen erreicht Ulaanbaatar
Nächster Artikel
„Sind wir denn Menschen zweiter Klasse?“

Lisa versteckt sich: Abbildung aus einer Broschüre.

Quelle: © EF

Göttingen. Nach dreijähriger Startphase sei es gelungen, Phoenix als gut genutztes Angebot für gewaltbetroffene Kinder und Jugendliche zu etablieren , heißt es in einer Mitteilung. Nachdem ein altersgerechter Beratungs- und Spielraum eingerichtet worden sei, habe der Schwerpunkt auf der Entwicklung von Informationsmaterialien für Mädchen und Jungen nach häuslicher Gewalt gelegen. Zu Polizeidienststellen, zur Schulsozialarbeit und den Jugendämtern sei eine enge Kooperation aufgebaut worden. Außerdem seien neue Beratungskonzepte und Materialien für die Arbeit mit Schulklassen und Jugendgruppen entwickelt worden.

2011 seien 634 Polizeiprotokolle nach häuslicher Gewalt aus Stadt und Landkreis im Frauen-Notruf eingegangen. In 333 Haushalten seien Kinder und Jugendliche anwesend gewesen oder hätten im Haushalt gewohnt. Phoenix habe rund 450 Mädchen und Jungen kontaktiert. 73 Kinder und Jugendliche seien 2011 wegen sexueller und/oder häuslicher Gewalt in persönliche Beratungen zu Phoenix gekommen. Mehr als 500 Schüler seien im vergangenen Jahr über Gewalt und Unterstützungsangebote informiert worden.

Nach der dreijährigen Finanzierung über Stiftungs- und Spendengelder könne Phoenix nun allerdings bis Ende 2012 noch eingeschränkt auf Spendenbasis weitergeführt werden. Ab dem Haushaltsjahr 2013 sei die öffentliche Hand gefordert: Sowohl bei Stadt und Landkreis Göttingen als auch beim Land Niedersachsen seien Förderanträge zur Finanzierung der Arbeit gestellt worden. Darüber wird derzeit in den Haushaltsberatungen für das kommende Jahr entschieden.

Nach Angaben der Beratungsstelle erlebt jedes dritte bis fünfte Mädchen sowie etwa jeder zehnte Junge in der Kindheit oder Jugend sexuelle Gewalt. Täter seien meist Erwachsene aus dem direkten Umfeld des Kindes. Jedes fünfte Kind erlebe Gewalt in der Beziehung der Eltern mit.

Auch dieses Miterleben von Gewalt sei eine gravierende Beeinträchtigung des Kindeswohls. Von sexueller oder häuslicher Gewalt betroffene Mädchen und Jungen hätten oft existenzielle Ängste oder ein großes Misstrauen gegenüber Bezugspersonen. Meist fühlten sie sich hilflos und schuldig. Die Entwicklungs- und Entfaltungsmöglichkeiten sein erheblich beeinträchtigt. Häufig sei die spätere eigene Beziehungsgestaltung von der miterlebten Opfer- und Täterrolle geprägt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Beratungsstelle Phoenix bietet Hilfe

Laut einer Studie erlebt jedes fünfte Kind häusliche Gewalt, so Ute Zillig. Als Mitarbeiterin der neuen Beratungsstelle Phoenix will sie künftig betroffenen Kindern oder Jugendlichen Hilfe bieten.

  • Kommentare
mehr
Landtagswahl: So feiern die Parteien in Göttingen und der Region