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Urban Gardening im Albani-Viertel

Offener Garten vor EAM-Gebäude Urban Gardening im Albani-Viertel

Weil der Vorgarten vom Schalthaus des Energieversorgungsunternehmens Energie aus der Mitte (EAM) als Hundeklo galt, suchten Anwohner und EAM nach einer Lösung. Diesen Donnerstag ist dort ein neues Urban-Gardening-Projekt im Albani-Viertel ins Leben gerufen worden.

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Urbaning Gardening im Göttinger Albani-Viertel: Armin Schülbe, Sonja Tröster und Ulli Hohlefleisch (von links) zeigen den Plan.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Die EAM stellt dafür die 110 Quadratmeter Vorgarten zur Verfügung, hat ihn eingezäunt und mit frischem Mutterboden ausgestattet. Rund 20 Göttinger Hobby-Gärtner haben einen Gestaltungsplan für das Außengelände erstellt, werden es anlegen und pflegen. Das Gartentor steht allen offen, jeder kann mitgärtnern.

Unterstützer gibt es jede Menge. Zum Projektstart kamen Anwohner, Geschäftsinhaber, Vertreter der Albani-Kirchengemeinde, vom Max-Planck-Gymnasium, dem Verein Kunst, der Bürgerstiftung und der Göttinger Tafel. Auch Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) und Ratsmitglied Ulli Hohlefleisch (Grüne) waren dabei. Gärtnern berührt eben jeden, findet Fischer.

160218-goe-gartenl-HW; Projekt "Offener Garten" für Göttinger Bürger; Birgit Busse (Fachdienst Grünflächen, Stadt Gö); HW

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Sie hat das Projekt vor eineinhalb Jahren ins Leben gerufen. „Die Menschen sind sehr offen, wenn es ums Gärtnern geht“, erklärt die Initiatorin begeistert. Und hat bereits alles organisiert: Gespendete Pflanzen, Platten und Geräte warten auf ihren Einsatz. Für die Treffen haben Nachbarn ihren Partykeller zur Verfügung gestellt. Auch die Pflanzen aus dem alten EAM-Garten sollen im neuen Garten einen Platz finden, dafür hat Fischer sie in Töpfen überwintern lassen.

Urbanes Gärtnern voll im Trend

Urbanes Gärtnern liegt im Trend. In Göttingen entstanden in den vergangenen drei Jahren mehrere Offene-Garten-Projekte, weitere sind geplant. Der Offene Garten am Bismarckhäuschen am Wall soll erweitert werden, auf dem Werner-Heisenberg-Platz sollen dieses Jahr Gartenarbeiten beginnen. Die Marienkirchengemeinde will auf dem Bartholomäus-Friedhof ebenfalls einen kleinen Garten anlegen. Die urbanen Gärtner sind online vernetzt, Interessierte können sich im Internet auf naehrboden-goettingen.de informieren.

Den Gärtner-Hut hat bei diesem Projekt Sonja Tröster auf. Sie hat bereits mehrere Offene-Garten-Projekte realisiert, unter anderem den Teegarten im Cheltenham-Park. Verwüstungen befürchtet sie nicht, in den bestehenden Gärten ist so gut wie nichts zerstört worden. „Wenn die Leute etwas selbst machen, dann ist die Akzeptanz viel höher“, weiß Göttingens Oberbürgermeister.

„Mit diesem Projekt betreten wir Neuland“, erklärte Armin Schülbe, Leiter des Regionalzentrums Nord der EAM. Sogar die Fassade im Gartenbereich wird der Gartengruppe zur künstlerischen Gestaltung freigegeben, außerdem sollen noch Fahrradständer installiert werden. „Das ist ein Projekt, dass auch Ausstrahlung haben kann“, hofft Köhler.

Interessierte können sich bei Sonja Tröster unter Telefon 01 76 / 23 24 46 55 oder per E-Mail an teegarten@posteo.de wenden.

„Wenn ein Garten wächst“ - diese Dokumentation über ein Offenes-Garten-Projekt in Kassel wird am Montag, 22. Februar, um 19.30 Uhr im Kino Lumière, Geismar Landstraße 19, gezeigt.

 

Göttinger Blumenkinder für Offene Gärten

 

Durch den Garten soll sich ein Weg schlängeln, der an drei Hochbeeten vorbeiführt. Den Zaun werden Blumen säumen und eine Sitzecke soll zum Verweilen einladen. Die Planer haben auch an Regentonne und Kompost gedacht. Und es gilt: Wer sät, der erntet.
Birgit Busse vom Fachdienst Grünflächen der Stadt Göttingen unterstützt Offene Gärten. Sie vermittelt Kontakte, lässt Flächen von der Stadt vorbereiten und Mutterboden oder Rindenmulch liefern. Und sie will informiert sein: „Wir wollen wissen, was auf unseren Flächen entsteht.“
Heike Fischer nahm für das Gartenprojekt die Zügel in die Hand. Der EAM-Vorgarten ist vom Schaufenster ihres Bekleidungsgeschäfts zu sehen. Sie sprach mit  Uwe Koch von EAM, organisierte Spenden, mobilisierte Anwohner und ist Bindeglied für den Offenen Garten im Albani-Viertel.
Sonja Tröster ist Expertin für Offene Gärten und ist an allen Göttinger Urban-Gardening-Projekten beteiligt. „Ich bringe Leute für diese Projekte zusammen“, beschreibt sie ihre Rolle. An den Offenen Gärten gefällt ihr neben dem Gärtnern vor allem die soziale Struktur: Es sei ein Kommen und Gehen, niemand sei hauptverantwortlich. Und das funktioniert: „Im Mai wird es sprießen“, weiß Tröster.
Uwe Koch von EAM wird mit anpacken und freut sich aufs Gärtnern. Für EAM ist der Offene Garten ein Pilotprojekt: „Das haben wir in der Form auch noch nicht gemacht.“
Carolina Steffen ist passionierte Hobby-Gärtnerin und werkelt in Offenen Gärten in Göttingen. Ihr gefällt vor allem, gemeinsam etwas zu gestalten.  Auch der Nahrungskreislauf ist ihr wichtig: „Dass man das, was man sät, auch essen kann.“
„Gartenarbeit ist gerade modern“, erklärt Rolf-Georg Köhler, der vom Konzept der Offenen Gärten begeistert ist. „Die Menschen erobern sich die sehr konform gestalteten Flächen wieder zurück.“ Durch privates Engagement habe sich vor allem das Albani-Viertel positiv entwickelt.

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