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Urteil im Göttinger Organspende-Prozess für Mittwoch erwartet

Urteil im Göttinger Organspende-Prozess für Mittwoch erwartet

Im Strafprozess um Manipulationen bei Organverpflanzungen an der Göttinger Universitätsmedizin will das Gericht am Mittwoch (6. Mai) das Urteil verkünden. Der 47-jährige frühere Leiter der Transplantationsabteilung ist wegen versuchten Totschlags in elf Fällen und Körperverletzung mit Todesfolge in drei Fällen angeklagt.

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Quelle: dpa (Symbolfoto)

Göttingen. Er soll bei der Meldung von Daten seiner Patienten gegenüber der zentralen Vergabestelle von Spenderorganen Eurotransplant falsche Angaben gemacht und auch gegen Kriterien der Bundesärztekammer für Organverpflanzungen verstoßen haben. Diese Patienten seien dadurch auf der Warteliste nach oben gerückt. Andere, schwerer erkrankte Menschen hätten keine Organe bekommen und seien deshalb möglicherweise gestorben. Zudem habe der Professor in drei Fällen Organe verpflanzt, obwohl dies medizinisch nicht angezeigt war. Die Patienten waren später gestorben.

 

Die Staatsanwaltschaft hat für den Beschuldigten eine Gefängnisstrafe von acht Jahren und ein lebenslanges Berufsverbot als Transplanteur gefordert. Dagegen verlangt die Verteidigung einen Freispruch. Sie hält die Vorwürfe für widerlegt.

 

Der Prozess ist der erste, in dem die Skandale um Organverpflanzungen an deutschen Universitätskliniken juristisch aufgearbeitet werden. Vor dem Göttinger Landgericht wurden 64 Verhandlungstage absolviert. Die Kammer hörte 101 Zeugen und neun Sachverständige.

epd

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