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"Reine Formalie"

VHS: Kündigung ausgesprochen "Reine Formalie"

Nächstes Kapitel in der Affäre um die Volkshochschule Göttingen Osterode. Am Freitagabend hat der Aufsichtsrat der VHS dem abberufenen Geschäftsführer Thomas Eberwien die Kündigung zugestellt. Dem Vernehmen nach handelt es sich dabei allerdings um "eine reine Formalie".

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Untreueverdacht an der Volkshochschule Göttingen/Osterode (Symbolbild)

Quelle: Pfoertner

Göttingen/Osterode. Unterdessen prüft die Staatsanwaltschaft Göttingen nach Angaben von Oberstaatsanwalt Frank-Michael Laue, ob gegen Tom Wedrins, den stellvertretenden Vorsitzenden des VHS-Aufsichtsrates, ein Anfangsverdacht auf Verletzung der Geheimhaltungspflicht bestehe. Diese ist in Paragraf 85 des Gesetzes betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) geregelt.

Mehrere Quellen haben bestätigt, dass es sich bei der Kündigung tatsächlich um einen rein formalen Akt handelt. Innerhalb von 14 Tagen müsste der Aufsichtsrat diese zustellen, und Beginn der Rechnung ist der 5. September. Abgelaufen wäre die Frist also am Montag, 19. September, und um diese sicher zu halten, hat sich das VHS-Kontrollgremium offenbar entschlossen, diesen Schritt bereits vor dem Wochenende zu gehen. Nach Ablauf dieses Zeitraumes wäre eine außerordentliche Kündigung nicht mehr möglich.

Bereits am Dienstagabend dieser Woche haben die Wirtschaftsprüfer dem VHS-Aufsichtsrat wie angekündigt einen Prüfbericht vorgelegt. Dabei, so heißt es aus dem Kontrollgremium, seien zusätzliche Fragen aufgetaucht. Diese sollen die Prüfer nun noch einmal beleuchten und Antworten darauf dem Aufsichtsrat am Dienstag nächster Woche erneut präsentieren. Auch die Frage, wie sich die Mitglieder des Kontrollgremiums im Zuge dieser Affäre öffentlich verhalten haben, heißt es, soll in diesem Kreis Thema sein. Bis auf Weiteres will der Aufsichtsrat keine weiteren Statements abgeben.

Hintergrund dieses Prüfauftrages sind Anschuldigungen gegen den inzwischen abberufenen VHS-Geschäftsführer Thomas Eberwien. Der Betriebsrat der Volkshochschule hatte Eberwien „erhebliche“ Unregelmäßigkeiten in den Abrechnungen von Auslagen vorgeworfen. Aufsichtsrats-Vize Wedrins hatte gegenüber dem Tageblatt die fristlose Kündigung Eberwiens als "dringend erforderlich" bezeichnet. „Bei Verdachtsmomenten kommt eigentlich nur die fristlose Kündigung in Frage“, hatte er formuliert, als die Affäre öffentlich wurde.

Eberwiens Anwältin Dinah Stollwerck-Bauer wollte weder selbst noch namens ihres Mandaten zu aktuellen Entwicklungen eine Stellungnahme abgeben und verwies auf das laufende Verfahren. Tom Wedrins war am Freitagabend für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Von Christoph Oppermann und Michael Brakemeier

So erreichen Sie die Autoren:

c.oppermann@goettinger-tageblatt.de / Twitter: @tooppermann

m.brakemeier@goettinger-tageblatt.de / Twitter: @soulmib

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