Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Verbotener Rosdorfer Kiessee ist ein Badesee

Mit der Kamera den Beweis erbracht Verbotener Rosdorfer Kiessee ist ein Badesee

Es war reiner Zufall: An jenem sonnigen 2. August, als das Tageblatt eine Reportage über das Badeverbot im Rosdorfer Baggersee schrieb, dokumentierte fast zeitgleich die Piratenpartei die Verstöße gegen dieses Verbot. Ergebnis: 814 Badende binnen zwei Stunden.

Voriger Artikel
Dorfversammlungen in Güntersen sind Ideenbörse und Mutmacher
Nächster Artikel
Polizist regelt Unfallflucht – ohne Polizei

Kiessee-Dokumentation der Piraten: 814 Badende im Baggersee binnen zwei Stunden.

Quelle: EF

Göttingen. Doch es geht nicht um Verstöße und fehlende Kontrollen des Verbots, sondern um den Beweis, dass der See in Wahrheit trotz Verbots ein Badegewässer ist und hygienisch überwacht gehört. „Die Darstellung des Gesundheitsamtes, die vielen Menschen würden an heißen Sommertagen zu einem See fahren und dort dann nicht baden, ist nicht nur absurd, sondern auch mit ein paar Fotos sehr leicht zu widerlegen“, sagt Francisco Welter-Schultes, Mitglied des Piraten-Vorstands. Er fordere deshalb „mehr Realitätsbezug in der Göttinger Verwaltung, und mit Nachdruck die Einhaltung der europäischen Hygienevorschriften.“

Seit langem machen sich die Piraten dafür stark, den See offiziell zum Baden auszuweisen, zumindest in dem Bereich, in dem nicht mehr gebaggert wird. Außerdem sollen Toiletten aufgestellt werden und regelmäßig Gewässerkontrollen stattfinden. Das fordern auch die Linken im Göttinger Stadtrat. Stadt und Landkreis hingegen verweisen immer wieder auf das bestehende Verbot durch die zuständige Gemeinde Friedland. Der Kreis kündigte Kontrollen an. Tatsächlich kontrolliert wurde aber bisher einzig das Park- und Befahrungsverbot der Wege durch Polizei und Gemeinde Rosdorf.

Die Piraten haben nun an zwei Tagen fotografisch den südlichen Teil des Sees dokumentiert und die Ergebnisse auf ihre Homepage gestellt. Allein am 2. August, einem Sonntag, waren in der Zeit zwischen 15.50 und 16.50 Uhr 506 Schwimmer im Wasser. Binnen knapp zwei Stunden sogar 814 Badende. Das belegen 215 Fotos. Und es widerlegt die Behauptung der Göttinger Sozialdezernentin Dagmar Schlapeit-Beck (SPD), die angab, die Besucher würden nur am Ufer liegen und sich sonnen. Rechnung der Piraten: Aus der Dokumentation lasse sich hochrechnen, dass im Jahr etwa 80000 Badegäste im See schwimmen, mehr als in zwei der drei Göttinger Freibäder.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Schauspieler-Casting im Göttinger „Kauf Park“