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Verdi wirft Alma-Louisen-Stift Adelebsen Lohndumping vor

Geringere Gehälter als vorgesehen Verdi wirft Alma-Louisen-Stift Adelebsen Lohndumping vor

Um das Alma-Louisen-Stift in Adelebsen gibt es Streit. Die Gewerkschaft Verdi wirft der diakonischen Einrichtung mit rund 110 Beschäftigten vor, seit Jahren niedrigere Gehälter zu zahlen als im diakonischen Arbeitsrecht vorgesehen. Die Geschäftsführung verweist auf wirtschaftliche Zwänge.

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Die Gewerkschaft Verdi wirft dem Alma-Louisen-Stift in Adelebsen vor, seit Jahren zu geringe Gehälter zu zahlen.

Quelle: Theodoro da Silva/Archiv

Adelebsen. Die Gewerkschaft, die mehrere der dort Beschäftigten vertritt, hat sich bereits in einem Flugblatt an die Beschäftigten gewendet. Die Zusatzvereinbarungen der Einrichtung zu Arbeitsvertärgen entsprächen nicht dem diakonischen Arbeitsrecht, heißt es darin. Julia Niekamp von Verdi erklärt auf Anfrage. Grundgehälter lägen 15 Prozent unter dem vorgegebenen Satz. Beschäftigte verzichteten außerdem rechtswidrig auf die Hälfte der Jahressonderzahlung. Im Alma-Louisen-Stift scheine ein Klima der Willkür und der Angst zu herrschen, so Niekamp.

Geschäftsführer Ludger Temme bestätigt die Einschnitte bei den Bezügen der Beschäftigten. Diese dienten jedoch allein dazu, Arbeitsplätze zu sichern und das Überleben der Einrichtung zu sichern, die aufgrund privater Konkurrenz stark unter Druck stehe. Dieser Weg werde von einer überwältigenden Mehrheit der Mitarbeiter mitgetragen. Bis Januar 2016 seien nun zudem Gehaltssteigerungen vorgesehen, aber die Höhe der von der Diakonie vorgesehenen Sätze werde auch dann nicht erreicht. Arbeitsrechtlich sei aus seiner Sicht alles in Ordnung.

Das betont auch Hans-Georg Wojas, Vorsitzender des Trägervereins der Einrichtung. Bei den Vereinbarungen mit den Beschäftigten gehe es nicht um Gewinnmaximierung, sondern allein um die Absicherung von 110 Arbeitsplätzen in Adelebsen. Der gesamte Vorstand der Trägervereins arbeite ehrenamtlich für die Einrichtung. Den Vorwurf, Mitarbeiter würden unter Druck gesetzt, weist Wojas entschieden zurück.

Die Mitarbeitervertretung der Einrichtung verteidigt die Linie des Hauses ebenfalls. In einem offenen Umgang mit Geschäftsführung und Vereinsvorstand habe man immer versucht, das Stift zu erhalten und zu schauen, wie Kunden gut versorgt werden können, sagen Vetreterinnen des Gremiums. Die Geschäftsführung habe die Zahlen stets offen gelegt. Man könne stolz darauf sein, noch ein eigenständiges Haus mit eigener Küche und eigener Reinigung zu sein.

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