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Vergewaltigungen in Göttingen vor laufender Kamera

35-Jähriger soll sich an Stadtstreicherin vergangen haben Vergewaltigungen in Göttingen vor laufender Kamera

Das Opfer, eine alkoholkranke polnische Stadtstreicherin, ist nicht mehr zu finden. Der Täter, ein 35-jähriger polnischer Maurer, sitzt in Haft. Vor dem Landgericht muss er sich seit Donnerstag wegen Vergewaltigung verantworten.

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Das Opfer, eine alkoholkranke polnische Stadtstreicherin, ist nicht mehr zu finden. Der Täter, ein 35-jähriger polnischer Maurer, sitzt in Haft. Vor dem Landgericht muss er sich seit Donnerstag wegen Vergewaltigung verantworten.

Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Vor laufender Kamera hat er sich im Vorraum einer Bank an der schwer alkoholisierten Frau vergangen.

Dass es über einen Zeitraum von rund 40 Minuten gleich zweifach zum Geschlechtsverkehr gekommen ist, wird nicht bestritten. Die Taten sind auch dokumentiert. Die Überwachungskamera im Vorraum der Deutschen Bank in der Zindelstraße zeichneten in der Nacht zum 23. November 2014 alles auf.

Demnach soll sich der gelernte Maurer und Tischler gegen 2.20 Uhr über die schwer unter Alkoholeinfluss stehende Frau her gemacht haben, soll ihr die Hose ausgezogen und sie mit Zerren am Kopf und dem Zuhalten des Mundes gefügig gemacht haben. Nach der ersten Tat soll er sie gegen 2.38 Uhr noch einmal vergewaltigt haben. Erst als Zeugen in den frei zugänglichen Bankvorraum kamen, endete das Verbrechen.

Doch dass es überhaupt eins war, wird bestritten. Der Verteidiger des 35-Jährigen verlas eine Einlassung, nach der der Angeklagte keineswegs die hilflose Lage der Stadtstreicherin ausgenutzt habe. Zum einen sei der Raum mit den Geldautomaten jederzeit frei zugänglich.

Die Videoaufzeichnung zeige auch Zeugen, die diesen betreten hatten. Zum anderen bewiesen einige Sequenzen, dass die Frau sich koordiniert verhalten habe, etwa, als sie nach der Tat aus  einer Weintüte trank und diese sorgsam behandelte. Auch zeigten die Aufnahmen keine Vorwürfe, die das angebliche Opfer dem Mann, mit dem sie gerade geschlafen habe, danach gemacht hätte.

Jetzt muss sich die Kammer selbst ein Bild von dem 40-minütigen Film zweier mutmaßlicher Vergewaltigungen machen. Das Opfer werden die Richter nicht befragen können. Weder in Warschau noch in Berlin, wo diverse Stellen, darunter die Bahnhofsmissionen, eingeschaltet wurden, konnte die Zeugin aufgetrieben und zum Prozess geladen werden.

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