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Vergewaltigungsprozess neu aufgerollt

Nach BGH-Entscheid Vergewaltigungsprozess neu aufgerollt

Vor dem Landgericht hat zum zweiten Mal der Prozess gegen einen 39 Jahre alten Göttinger wegen des Vorwurfs zweier Vergewaltigungen begonnen. Im Januar hatte eine große Strafkammer den Mann zu drei Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil aufgehoben und Neuverhandlung verlangt.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Wieder begann die Hauptverhandlung damit, dass der Angeklagte schweigt und das mutmaßliche Opfer nur hinter verschlossenen Türen gehört wurde. Im ersten Prozess, so die Entscheidung des Bundesgerichtshofes (BGH) in der Revision des Urteils, habe es in der Aussage der Frau einige Widersprüche gegeben. Die erste Strafkammer habe in der Aussage-gegen-Aussage-Konstellation die Widersprüche nicht hinreichend bewertet und sich zu den als "unauffällig" bewerteten gynäkologischen Befunden im Urteil nicht hinreichend geäußert.

Jetzt hat eine andere Kammer den ganzen Fall erneut aufzurollen. Vorgeworfen wird dem 39-Jährigen, der zur Tatzeit alkoholisiert gewesen sei, die Frau in der Küche seiner Wohnung zunächst geschubst und geschlagen zu haben. Danach habe er sie entkleidet und sie zweimal vergewaltigt. Das Opfer habe aus Angst vor weiteren Schlägen keine Gegenwehr geleistet, heißt es in der Anklage. Die Tat soll sich am Abend des 3. August 2013 ereignet haben.

Die Frau hatte sich nach der Tat aus der Wohnung geschlichen und gesagt, sie werde ihn nicht anzeigen. Sie nahm aber seine Geldbörse mit, weil sie seinen Nachnamen nicht kannte, und zeigte ihn doch bei der Polizei an. In der ersten Verhandlung war der Frau geglaubt worden. Dem Angeklagten war seine Alkoholisierung zugute gehalten worden. In der am Montag begonnenen Neuauflage wird das Gericht eine psychologische Sachverständige sowie eine Aussagepsychologin als Sachverständige hören. Terminiert ist der neuerliche Prozess bis in den März.

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