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Verhandlung über Mord an Studentin

Psychische Auffälligkeiten Verhandlung über Mord an Studentin

Im Mordprozess gegen eine 28-jährige chinesische Studentin am Göttinger Landgericht haben die Richter und Gutachter am Montag versucht, die psychischen Hintergründe der Angeklagten aufzuhellen. Bislang will die 28-Jährige keine Angaben zu ihren persönlichen Angelegenheiten machen.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Die Sinologie-Studentin steht vor Gericht, weil sie am 28. Oktober vorigen Jahres eine ebenfalls aus China stammende 24-jährige Mit studentin aus Eifersucht erstochen haben soll. Sie hatte vorher sieben Jahre lang eine Beziehung zu einem Informatik-Studenten, ebenfalls aus China, geführt. Der hatte sich jedoch der 24-Jährigen zugewandt.

Bereits zum Prozessauftakt hatte der Informatik-Student dem Gericht seine Erinnerungen an die gemeinsame Zeit mit der 28-Jährigen geschildert, mit der er bis zur Tat zusammengewohnt hatte, allerdings mit einem eigenen Zimmer für jeden.

Schock für die Universität

Nicht nur in der Gemeinschaft der chinesischen Studenten in Göttingen, sondern an der gesamten Universität hatte der gewaltsame Tod der 24-jährigen Studentin am 28. Oktober vergangenen Jahres einen Schock ausgelöst. Die Nachricht, dass ihre von zahlreichen Messerstichen getroffene Leiche in ihrem Appartement in der Annastraße gefunden wurde, verbreitete sich blitzesschnell.

Zwei Wochen später nahmen Angehörige, Kommilitonen und Lehrende bei einer Trauerfeier Abschied von der Getöteten.Die 24-Jährige, die ihr Studium fast abgeschlossen hatte, sei eine außergewöhnliche Persönlichkeit gewesen, sagte Uni-Vizepräsidentin Prof. Hiltraud Casper-Hehne in ihrer Trauerrede. Die Studentin sei eine „äußerst hübsche und kluge junge Frau“ gewesen, die viele Freunde und Bekannte gehabt habe und sehr beliebt gewesen sei. hein

In der Verhandlung am Montag vertiefte der Zeuge seine Schilderungen von zwei Selbstmordversuchen seiner Mitbewohnerin: Der erste vor drei Jahren sei geschehen, nachdem er ihr mitgeteilt habe, nicht mehr mit ihr zusammen sein zu wollen.

Damals habe sich die Frau eine Plastiktüte über den Kopf gezogen und mit Klebeband abgedichtet. Als er sie auf dem Bett liegend fand, habe sie kaum oder gar nicht mehr geatmet, aber nach einer Herzmassage wieder ins Leben zurückgefunden. Den zweiten Suizid im Oktober vorigen Jahres habe sie versucht, nachdem ihr klar geworden sei, dass er eine Beziehung mit einer anderen Frau eingegangen sei – dem späteren Opfer.

Kontakte mehr und mehr aufgelöst

Auffällig sei zudem gewesen, dass die heute 28-Jährige sich immer weiter zurückgezogen habe und nach einiger Zeit ihr Zimmer kaum mehr verlassen habe. Kontakte zu Freunden hätten sich mehr und mehr aufgelöst. Stattdessen habe sie in ihrem Zimmer vor allem geschlafen, mit ihrem Tablet hantiert oder TV-Serien betrachtet.

Der Vorsitzende Richter Ralf Günther erklärte, die psychische Verfassung der Angeklagten sei mitentscheidend für die Strafzumessung. Bisher verweigert die Angeklagte die Mitarbeit an der Aufklärung ihrer psychischen Befindlichkeit.

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Weil sie eine ebenfalls aus China stammende Mitstudentin aus Eifersucht erstochen haben soll, steht seit Montag eine 28 Jahre alte Sinologie-Studentin vor dem Schwurgericht. Heimtückischer Mord aus niederen Beweggründen wird der kleinen, zarten Frau vorgeworfen. Sie schweigt zu der Anklage.

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Von Redakteur Matthias Heinzel

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