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Verkaufsverbot für Alkohol: Göttinger sehen Vorschlag skeptisch

Marktumfrage Verkaufsverbot für Alkohol: Göttinger sehen Vorschlag skeptisch

Ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr hat die Bundesdrogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) vorgeschlagen. Dieter Janecek, Sprecher der Grünen, kritisierte ihren Vorschlag als eine „entmündigende Verbotspolitik“. Das Tageblatt hat die Besucher des Göttinger und des Duderstädter Wochenmarktes dazu befragt.

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Quelle: Archiv

Göttingen/Duderstadt. „Ich glaube nicht, dass das Verbot soviel bringt“, sagt Nina Marie Starre. Außerdem findet die Göttingerin, dass nicht zu viel vom Staat bevormundet werden sollte.

 
Diese Skepsis teilt Katja Scholz: Sie ist sich auch unsicher, ob ein Verbot weniger Alkoholfälle in der Notaufnahme ausmachen. „Schließlich können die ja auch vorher den Alkohol kaufen“, sagt die Mutter aus Göttingen.Ähnliches vermutet Sebastian Landgraf: „Ich kaufe am Kiosk um diese Zeit ein Bierchen für den Weg zur Disco, aber weniger, um mich zu betrinken.“ Diejenigen, die das Verbot treffen soll, kauften sich ihren Alkohol vorher ein, vermutet der Weender. Doch das an sich Verbot würde ihn nicht stören: „Es kommt auf einen Versuch an“, sagt er.

 
Für Katrina Funkner ist das Verbot eine Einschränkung: „Auch wenn ich es selten nutze, möchte ich die Freiheit dazu haben“, erläutert die junge Frau aus Weende. Sie glaubt ebenfalls, dass das Verbot nichts bringt. „Ich glaube, dass die, die sich betrinken möchten, schon vorher einkaufen.“

 
„Ich bin grundsätzlich dafür“, sagt Andreas Rohde. Es lohnt sich, „wenn es auch nur Einen davon abhält, sich übermäßig zu betrinken“, erklärt der Northeimer. Allerdings ist er skeptisch, ob die Kioske sich auch an ein solches Verbot konsequent halten würden. bl

 

„Ich finde ein Verkaufsverbot für Alkohol ab 22 Uhr gut”, sagt Monika Siebrand. Es müsse schließlich mehr für die Jugendlichen getan werden. Dass ein Verbot effektiv ist, glauben sie und ihre Schwester Jutta aber nicht. „Man kann sie ja nicht anbinden”, meint Jutta Siebrecht. Die Jugendlichen würden schon Mittel und Wege finden, an Alkohol zu kommen. „Das wäre die Idee des Jahres”, sagt Gabriele Block. Es müsse etwas gegen Alkoholmissbrauch getan werden. Ein Verbot dieser Art könnte etwas bringen. Ihre Tochter Yvonne Block denkt sogar noch einen Schritt weiter. „Ich als Mutter von zwei Kindern würde es gut finden, wenn Alkohol ganz abgeschafft werden würde”, sagt sie.  „Wer Alkohol bekommen möchte, bekommt ihn auch”, sagt Sewm Sommer. Von der Idee des Verbots halte sie nichts. „Es gibt zu viel Möglichkeiten für die Jugendlichen, trotz des Verbots an Alkohol zu kommen”, sagt sie. Sie könnten ihn sich vor 22 Uhr besorgen, zur Not auch mit der Unterstützung volljähriger Freunde. „Ich finde das quatsch”, sagt Jens Köhler. Der Verkäufer sei schließlich dafür verantwortlich, dass er keinen Alkohol an diejenigen abgebe, die ihn gar nicht haben dürften. Zudem glaube er, dass Verbote zumeist das Gegenteil bewirkten, Jugendliche also vermehrt trinken würden. kw

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