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„Am Lennon-Kreisel rechts“

Verkehrskreisel in Weende nach Beatles-Sänger benannt „Am Lennon-Kreisel rechts“

Rund 40 John Lennon-Fans haben am Sonntagvormittag den Verkehrskreisel am Möbelhaus Jäger im Weender Industriegebiet nach dem verblichenen Sänger und Gitarristen der Beatles benannt. Jetzt fährt jeder Autofahrer, der aus Norden vom Einkaufsmarkt Real kommt, auf den „John-Lennon-Kreisel“ zu.

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Um die 40 John Lennon-Fans haben den Verkehrskreisel am Möbelhaus Jäger im Weender Industriegebiet nach dem verblichenen Sänger und Giarristen der Beatles benannt.

Quelle: Heller

Göttingen. Ein solches Transparent hatte der Initiator des Göttinger Lennon-Projekts, Horst Reinert, anfertigen lassen. „Die Vorlage dazu“, sagte Reinert, „hatte ich noch auf dem Computer, damals für eine Metal-Veranstaltung. Dann einfach neuen Text rein und fertig.“ Reinert gab das Banner im Internet in Auftrag und ließ es sich auf Lkw-Plane drucken. Dazu noch vier Ösen, ebensoviele Kabelbinder und zwei massive Holzpfosten aus dem benachbarten Baumarkt, und fertig war das Kreiselbanner.

Zu den Klängen des Lennon-Songs „Revolution“ machten sich Reinert und seine Mitstreiter am 75. Geburtstag des Namenspatrons auf zum offiziellen Benennungsakt. „Einfach gemacht, charmant und kostet wenig“, kommentierte Lennon-Fan Christoph Lehmann die Kreiseltaufe. Autofahrern falle jetzt auch die Orientierung leichter: Ortsunkundigen und Richtungssuchenden könne man jetzt „einfach erklären, geradeaus bis zum John-Lennon-Kreisel, dann erste Ausfahrt rechts, und schon sind Sie auf dem Weg zur Autobahn. Viel einfacher zu finden als jetzt.“

Gedacht hatte Reinert an alles, schien es. Einer Rechteverletzung wollte sich der bekennende Metal-Fan nicht schuldig machen. Dass zu der Zeremonie Lennon-Songs gespielt würden, hatte Reinert bei der Musikrechte-Verwertungsgesellschaft Gema ordnungsgemäß angemeldet.

Die Kritik der Göttinger Stadtverwaltung an der inoffiziellen Taufe des Weender Kreisels als "Alleingang" findet Reinert „humorlos“. Stattdessen hofft der Rockmusik-Fan, „dass in der SPD-Ratsfraktion endlich ein Einsehen einkehrt“. Denn die habe trotz mehrfacher Anregung aus den Kreisen des Weender Orts- und des Stadtverbandes der SPD bislang keine Neigung erkennen lassen, die Kreisel-Benennungen im Rat der Stadt vorzuschlagen. Die Aktion vom Sonntag könne da helfen, meint Reinert: „Einfach mal ein Schild aufstellen und sehen, was dann passiert.“

Reinert hat schon den nächsten Kreisel im Blick. Wer der Taufpate sein wird, sei noch nicht entschieden, sagt er. „Vielleicht Janis Joplin?“

Politisch und witzig

Nicht zufällig hat Horst Reiner sich als ersten Namenspaten für seine Aktion Verkehrskreiseltaufe am Sonntag, 9. Oktober, John Lennon ausgesucht. Zum einen wurde der spätere Beatle John Winston Lennon an einem 9. Oktober geboren, zum anderen „war ich in der damaligen Diskussion John Lennon oder Paul McCartney immer pro Lennon“. Sehr politisch und ironisch-witzig sei Lennon gewesen, das fand ich immer gut“. In seiner Jugend, sagt Reinert, sei Lennon einer der allerersten gewesen, die er verehrt habe.

Tatsächlich galt der in einfachen Verhältnissen geborene Lennon als der Intellektuelle der Beatles. Mitbegründer, Sänger und Gitarrist der Band, veröffentlichte 1964 und 1965 eigene Kurzgeschichten, spielte später in einem Antikriegsfilm mit und heiratete 1969 die japanische Avantgarde-Künstlerin Yoko Ono. Am 8. Dezember 1980 worde Lennon von einem religiös verwirrten Attentäter in New York erschossen.   

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