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Verkehrssicherheitstag der Polizei in Göttingen

„Handy Killer Nummer eins“ Verkehrssicherheitstag der Polizei in Göttingen

Zum elften bundesweiten Verkehrssicherheitstag hat die Göttinger Polizei auf dem Parkplatz bei McDonald's in Grone mit teils drastischen Mitteln gezeigt, was geschieht, wenn man zu schnell, alkoholisiert oder telefonierend Auto fährt. Zielgruppe in erster Linie: „die Tiefergelegten“ - junge Leute, oft Fahranfänger, mit aufgemotzten Gebrauchtwagen und ähnlicher Selbstüberschätzung, was die eigenen Fahrfähigkeiten angeht.

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Quelle: Heller

Grone. Diese Klientel trifft sich am Wochenende gerne an der Groner McDonald's-Filiale. So auch am Sonnabend in den Abendstunden. Den meisten Eindruck machte hier jedoch der Wagen, den die Polizei mitgebracht hatte: ein schwarzer Renault Clio, mit dem ein 18-Jähriger auf nasser Fahrbahn viel zu schnell unterwegs war und auf die Gegenfahrbahn geriet. Ein entgegenkommender Audi-Fahrer konnte nicht mehr ausweichen. Der 18-Jährige starb ebenso wie seine 17-jährige Beifahrerin.

 

In dem Wrack fanden die Retter neben den zwei Leichen auch ein Mobiltelefon. Kein Zufall, vermutet Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater der Göttinger Polizei. Immer häufiger komme es zu Unfällen, bei denen Autofahrer bei guter Sicht und trockener Straße auf unerklärliche Weise von der Fahrbahn abkommen. In derart verdächtigen Fällen lasse die Polizei seit einiger Zeit regelmäßig die Daten der Mobiltelefone der Unfallfahrer auslesen, die nicht selten im Fußraum der Autowracks herumliegen. Arneckes Fazit: „Das Handy ist mittlerweile Killer Nummer eins.“

 

Das zerfetzte Auto auf dem McDonald's Parkplatz machte denn auch manchen Neugierigen nachdenklich. Besonders freute sich Arnecke über einen Fahranfänger, der sich den Unfall genau erklären ließ und dann spontan sagte: „Das reicht mir. Ich höre mit dem Telefonieren auf.“

 

Außerdem Thema beim Verkehrssicherheitstag: Alkohol. Mit Brillen der Göttinger Verkehrswacht, die optisch einen Rausch simulieren, konnte jeder ausprobieren wie schlecht man unter Alkohol zu Fuß ist. Nicht jeder, der sich die 0,8-Promille-Brille aufsetzte, ließ sich dann noch von Verkehrspolizistin Jacqueline Emmermann die 1,3-Promille-Version aufsetzen.

 

Doch die Vorführungen bei McDonald's in Grone waren nur ein Teil der Verkehrssicherheitsaktion. „Präventive und repressive Maßnahmen waren verzahnt“, erläutert Arnecke das Konzept. Zeitgleich, von 17 Uhr bis 1 Uhr nachts, kontrollierte die Polizei den laufenden Verkehr auf der Kasseler Landstraße und der Hannoverschen Straße. Ergebnis: 24 Fahrer ohne angelegten Sicherheitsgurt, fünf Fahrer mit ihrem Telefon statt mit ihrem Auto beschäftigt und 104 Raser, fast alle von ihnen jüngere Leute. 72 von ihnen kamen mit einem Verwarngeld davon, 32 erwartet ein Bußgeldverfahren. Von diesen müssen zwölf mit einem Fahrverbot rechnen. Spitzenwert: 93 Stundenkilometer auf der Kasseler, 108 auf der Hannoverschen Straße – Toleranz schon abgezogen.

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