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Verkehrsunfallstatistik 2016 für Landkreis Göttingen Zu schnell unterwegs, durchs Handy abgelenkt

Die Zahl der Verkehrsunfälle mit verletzten Personen ist im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen "deutlich" gesunken. Die Gesamtzahl der Unfälle ist hingegen leicht gestiegen. Acht Menschen sind 2016 bei Unfällen ums Leben gekommen. Das geht aus der Verkehrsunfallstatistik 2016 hervor.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen. Rund 20 Mal pro Tag oder pro Stunde einmal hat es 2016 auf den Straßen in Stadt und Landkreis gekracht: So haben sich nach der von Polizeidirektor Rainer Nolte am Montag vorgestellten Statistik im vergangenen Jahr im Bereich der Polizeiinspektion 7219 Verkehrsunfälle ereignet, die von der Polizei registriert worden sind. Im Vergleich zu 2015 ist ihre Zahl um zehn Unfälle leicht gestiegen. Die Zahl der Unfälle mit Verletzten habe sich hingegen "deutlich" um rund sieben Prozent verringert. Waren es 2015 noch 1046 Unfälle mit verletzten Personen, lag diese Zahl 2016 bei 971. Die Entwicklung sei 2016 zwar "positiv", so Nolte. Anlass "die Hände in den Schoß zu legen" habe die Polizei aber nicht.

Während sich die Anzahl der Schwerverletzten im Stadtgebiet Göttingen von 83 auf 75 verringert hat, hat es im Landkreis Göttingen einen Anstieg von 115 auf 122 gegeben. Acht Menschen sind 2016 bei Verkehrsunfällen getötet worden. Vier weniger als noch 2015. Die Hälfte der tödlichen Unfälle ereignete sich 2016 im Bereich des Polizeikommissariats Duderstadt. Weil dort zudem 39 Verkehrsteilnehmer schwer verletzt worden seien, kündigte Nolte verstärkte Kontrollen und Maßnahmen der Polizei an. Als häufigste Unfallgründe nannte Nolte "nicht angepasste Geschwindigkeit" und "fehlende Aufmerksamkeit" etwa durch Mobiltelefone oder Navigationsgeräte.

Nach Noltes Angaben ist die Gesamtzahl der bei Verkehrsunfällen verletzten jungen Menschen zwischen 18 und 24 Jahren zwar von 278 auf 266 und die der Schwerverletzten von 39 auf 36 gesunken, aber bei einem Anteil von rund acht Prozent an der Gesamtbevölkerung seien die jungen Erwachsenen an rund 24 Prozent der schweren Unfälle überproportional beteiligt. Nolte kündigte für 2017 weitere Präventionsarbeit an. Entgegen dem Landestrend ist die Anzahl der im Straßenverkehr verletzten Personen ab 65 Jahren im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen rückläufig. Die Zahl der Verletzten in dieser Gruppe sank um 23 Prozent von 146 auf 112 in 2016.

Mehr als die Hälfte der 66 im Straßenverkehr verunglückten Kinder bis 14 Jahren waren Insassen von Fahrzeugen. Bei den Kinder bis sechs Jahren ist die Zahl der verletzten von elf auf 14 gestiegen, 13 von ihnen waren Beifahrer in Autos. "Die Zunahme der verletzten Insassen lässt vermuten, dass noch immer viele Kinder in Fahrzeugen ohne Nutzung der Rückhalteeinrichtungen mitgenommen werden", sagte Nolte. Die Zahl der verletzten Radfahrer in der Stadt hat sich hat sich im Vergleich zum Jahr 2015 von 248 auf 235 Personen verringert, der Anteil an der Gesamtzahl aller verunglückten Personen im Stadtgebiet (653) ist aber von 33 auf 36 Prozent gestiegen. Die Anzahl der Schwerverletzten sank hier von 37 auf 28.

Während im Land Niedersachsen mit 47 getöteten Kradfahrern 17 weniger als im Vorjahr registriert worden sind, ist bei der Polizeiinspektion Göttingen ein Anstieg von einen auf drei zu verzeichnen. Die drei waren im Alter zwischen 43 und 58 Jahren und gehörten somit nicht der Zielgruppe "junge Fahranfänger", so Nolte. Auch für Kradfahrer soll es Informationsveranstaltungen in diesem Jahr geben.

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Autobahnen 7 und 38

Als "erfreulich" wertet die Göttinger Polizei die Entwicklung des Unfallgeschehens auf den Autobahnen 7 und 38.  Hier nahm die Polizei 2016 866 Verkehrsunfälle auf, 63 oder knapp sieben Prozent weniger als noch 2015. Auch sei bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden ein Rückgang von mehr als neun Prozent zu verzeichnen. Registriert wurden von der Polizei 110 Unfälle, bei denen Personen verletzt worden sind (2015: 121). 172 seien verletzt worden (2015: 210). Bei zwei Verkehrsunfällen gab es zwei Tote (2015: 3). Der bisherige Unfallschwerpunkt im Bereich des Autobahndreiecks Drammetal, die Zufahrt von der A38 auf die A7 in Fahrtrichtung Kassel, sei durch eine griffigere Fahrbahn und einen stationären Blitzer "deutlich" entschärft worden. Einen Unfall gab es 2016 dort nicht. Nach Angaben von Polizeidirektor Rainer Nolte hat auch die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der A7 auf 120 Stundenkilometer geholfen, die Zahl der Unfälle zu verringern.

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