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Verkehrswacht Göttingen bietet Projekt für ältere Autofahrer

„Künftig etwas aggressiver blinken“ Verkehrswacht Göttingen bietet Projekt für ältere Autofahrer

Sie fallen nicht negativ auf im Straßenverkehr, allenfalls, wenn sie allzu verhalten fahren: Senioren. Nach allen Unfallstatistiken sind ältere Autofahrer keine erhöhte Gefahr im Straßenverkehr. Dennoch beeinflussen viele Faktoren die Fahrweise älterer. Deshalb bieten Polizei und Verkehrswacht jetzt das Projekt „Senioren machen mobil“, das darauf abzielt, Menschen möglichst lange auto-mobil zu halten.

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Quelle: Vetter

Göttingen. Otto Schwarzer ist einer aus der Zielgruppe. 78 Jahre alt, erfahrener Autofahrer, aber aufgrund von Medikamenten und altersbedingter Einschränkungen zumindest kritisch mit sich selbst.

Schwarzer hat am Senioren-Training mit Fahrlehrer Tobias Hillmann teilgenommen, um zu erfahren, wie er sich einzuschätzen hat. Einparken, Abbiegen, Umsicht und Erfahrung im Straßenverkehr - alles kein Problem. Nur beim Spurwechsel fühlt er sich unsicher.

Weil er eher verhalten fährt, dauert der Spurwechsel mitunter lange, ehe wirklich alles frei ist. Schwarzer hat mit Hillmann geübt und sagt heute, er werde „künftig etwas aggressiver blinken“. Soll heißen: klares Signal, klare Fahrweise, sicheres Einfädeln.

Eher zögerliches, manchmal zu vorsichtiges Fahren ist es auch, was Senioren im Straßenverkehr zur Gefahr werden lässt. Ansonsten weist die Unfallstatistik keine höhere Unfallhäufigkeit der über 65-Jährigen aus. Sie rasen nicht, sie drängeln nicht, sie fahren selten nachts oder in Stoßzeiten.

Alkohol, Drogen, Imponiergehabe - alles keine Unfallursachen in dieser Altersklasse. Allerdings sagt die Statistik nur etwas über 65-Jährige. Sie differenziert danach nicht mehr. Aber selbst Gerd Hujahn, Leiter Einsatz der Polizei, ist überzeugt, dass auch 90-Jährige noch sicher fahren können. „Und körperliche Nachteile kompensieren sie durch Erfahrung und Umsicht“, sagt Landrat Bernhard Reuter (SPD).

Der Landkreis hat das Projekt der Verkehrswacht finanziell angeschoben. In Informationsveranstaltungen gibt es zunächst Wissenswertes über Unfallhäufigkeit, Medikamente im Straßenverkehr, über technische Möglichkeiten für Senioren wie Fahrassistenten. Dazu erhalten die Teilnehmer technische Informationen. Bei Bedarf können dann Praxisübungen mit Fahrlehrer absolviert werden.

Basis dafür, ob das nötig ist, geben eine Selbsterforschung und ein Gespräch mit dem Fahrlehrer.  Schwarzer sagt: „Ich möchte es anderen nicht zumuten, wenn ich nicht mehr sicher fahren könnte.“ Nach dem Training weiß er nun, dass er fit ist mit 78. „Für mich war es ein Gewinn.“

Weitere Informationen gibt es im Internet unter landesverkehrswacht.de/verkehrswacht-goettingen, beim Vorsitzenden Peter Hüttenmeister oder beim Verkehrssicherheitsberater der Polizei, Jörg Arnecke (0551/4912308).

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