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Versuchte Geldautomaten-Sprengung: LG Göttingen verhängt Haftstrafen

„Hoffnungsloser Fall“ Versuchte Geldautomaten-Sprengung: LG Göttingen verhängt Haftstrafen

Die zwei polnischen Staatsbürger, die im Februar versucht haben, in Lüthorst bei Dassel einen Geldautomaten zu sprengen, sind am Donnerstag zu Haftstrafen verurteilt worden. Das Göttinger Landgericht verurteilte den 35-jährigen Haupttäter zu drei Jahren und zehn Monaten Haft, seinen Kompagnon zu zwei Jahren und neun Monaten.

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Quelle: dpa (Symbolbild)

Göttingen/Dassel. Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft vor allem für den 35-Jährigen eine deutlich höhere Haftstrafe gefordert. Begründung unter anderem: Die Geständnisse, mit denen sich die Angeklagten mildere Urteile hätten erkaufen wollen, seien eigentlich gar keine: Zu viele Angaben seien wieder zurückgenommen, relativiert oder beschönigt worden. Außerdem sei die hohe kriminelle Energie der beiden und im Falle des 35-Jährigen dessen Karriere als „Berufskrimineller“ zu berücksichtigen.

 
Das wollten die Verteidiger der beiden Männer nicht gelten lassen. Geständnis bleibe Geständnis, meinten sie und appellierten an das Gericht, der Auffassung der Staatsanwältin entgegenzutreten und sich außerdem an den zuvor besprochenen Strafrahmen im Falle von Geständnissen zu halten. Ihre Forderungen: nicht mehr als drei Jahre für den 35-Jährigen, nicht mehr als ein Jahr für den 27-Jährigen. Das Letztere möglichst auf Bewährung, auch wenn dies schwerfallen sollte.

 
Das Gericht fand einen Mittelweg. Wegen versuchter herbeiführung einer Sprengstoffexplosion und versuchten Diebstahls in einem besonders schweren Fall verhängte es für den Haupttäter drei Jahre und zehn Monate Haft, für den Jüngeren zwei Jahre und neun Monate. Das Gericht sehe die Einlassungen der Angeklagten als voll gültige Geständnisse an, meinte der Vorsitzende Richter August-Wilhelm Marahrens. Das Urteil gegen den 27-Jährigen sei deshalb kaum geringer als für den 35-Jährigen ausgefallen, „weil Sie wohl etwas mehr als nur ein Mittäter waren“. Eine gewerbsmäßige Tat nahm das Gericht trotz der vielen Vorstrafen des älteren Angeklagten deshalb nicht an, weil nicht belegbar sei, ob es sich bei der versuchten Sprengung um den Auftakt zu einer Reihe ähnlicher Taten gehandelt haben sollte.

 
Eine gute Prognose wollte Marahrens vor allem dem 35-Jährigen nicht ausstellen: „Sie bewegen sich in Richtung hoffnungsloser Fall. Ihre Vergangenheit ist erschütternd.“

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