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Vertrieben und ausgebeutet

Gedenkfeier der Russlanddeutschen in Friedland Vertrieben und ausgebeutet

Als per Erlass durch Josef Stalin, Deutsche in Russland aus ihrer Heimat an der Wolga oder am Schwarzen Meer vertrieben wurden, war Erna Welz zehn Jahre alt. Zum Gedenken an diesen Tag, den 28. August 1941, stand die Zeitzeugin am Sonnabend auf der Bühne vor der gut besetzten Aula des

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Gedenken der Vertreibung: Russlanddeutsche in Friedland.

Quelle: PH

Grenzdurchgangslagers in Friedland. Die Erwachsenen, so erzählt sie, hätten damals auf dem Weg nach Sibirien gesungen: „Muss ich gehen mit leeren Händen? Muss ich so vor Jesus stehen?“ Drei Wochen seien sie unterwegs gewesen, Eltern wurden von ihren Kindern getrennt und Geschwister auseinandergerissen und in verschiedenen Heimen untergebracht.
Die Landsmannschaft (LM) der Deutschen aus Russland hat diese Gedenkfeier organisiert, um „die Erinnerungen an das, was damals geschehen ist, wach zu halten“, wie Lilli Bischoff, Vorsitzende der Landesgruppe Niedersachsen der LM erklärt. Der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) sagte, dass die „reiche und bewegende Geschichte“ der Spätaussiedler wachgehalten werden müsse und die „Vertreibung und Ausbeutung der Russlanddeutschen“ tiefe Spuren hinterlassen habe. Deshalb habe Deutschland eine besondere Verantwortung. Bischoff sieht noch Verbesserungsmöglichkeiten bezüglich der Integration: Der Weg der Spätaussiedler sei „hindernisreich“ und „noch nicht abgeschlossen“: Seit dem Zweiten Weltkrieg seien rund zweieinhalb Millionen russlanddeutsche Aussiedler und Spätaussiedler nach Deutschland gekommen.
Die Gedenkfeier hat zum vierten Mal in Folge im Grenzdurchgangslager Friedland stattgefunden. Bischoff kündigte an, dass sie sich dafür einsetzen werde, „dass sich daraus eine Tradition von langer Dauer entwickelt.“

Von Florian Heinz

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