Volltextsuche über das Angebot:

5 ° / -3 ° Regenschauer

Navigation:
Verurteilt nach dem Nähmaschinen-Trick

Silbermünzen und Schmuck gestohlen Verurteilt nach dem Nähmaschinen-Trick

Die Verteidiger beantragt Freispruch. Selbst der Staatsanwalt hat „nicht die erforderliche Gewissheit“ ihrer Schuld. Dennoch hat das Amtsgericht zwei Männer wegen Diebstahls verurteilt. Sie haben nach Überzeugung des Richters einen Rentner mit einem Einschleich-Trick Silbermünzen und Goldschmuck aus der Wohnung gestohlen.

Voriger Artikel
Groner Straße Göttingen: Verengung führt zu Stau
Nächster Artikel
Niedersächsisches Polizeiorchester mit Präventionsstück

Die Verteidiger beantragt Freispruch. Selbst der Staatsanwalt hat „nicht die erforderliche Gewissheit“ ihrer Schuld. Dennoch hat das Amtsgericht Göttingen zwei Männer wegen Diebstahls verurteilt.

Göttingen. Für die Polizei, so ein Kripobeamter, war das Vorgehen typisch: Die Gauner schalten Anzeigen im örtlichen Wochenblatt, in denen sie den Ankauf von alten Möbeln versprechen.

Im konkreten Fall war es eine Nähmaschine. Damit, so der Polizist, komme es zur Anbahnung, um in die Wohnungen älterer Menschen zu kommen. So wie in die des gehbehinderten 78-jährigen Göttingers, dem nach den zwei Besuchen der Angeklagten rund 20 Silbermünzen und eine goldene Panzerkette fehlten.

Dafür verurteilt zu einmal 40 und einmal 20 Tagessätzen zu je 20 beziehungsweise 25 Euro wurden ein 30 und ein 51 Jahre alter Göttinger. Bei der Polizei hatte der Rentner den einen auf einer ordnungsgemäßen Lichtbild-Wahlvorlage wiedererkannt.

Den anderen habe er spontan erkannt („Ja, das ist er.“), als der Polizist ihm dessen Einzelfoto gezeigt habe. Im Gericht allerdings erkennt der Rentner auf derselben Bildauswahl niemanden mehr. Er sagt aber, dass der eine Angeklagte heute eine andere Frisur habe.  

Das fehlende Wiedererkennen und die Frage, ob das Zeigen des Einzelbildes rechtmäßig waren, beschäftigen das Gericht einige Zeit. Auch muss der Bestohlene einräumen, einen offen stehenden Safe mit weiteren Silbermünzen in seinem Zimmer gehabt zu haben, als einer der Angeklagten sich darin allein aufhielt.

Der Rentner selbst hatte den Kaufinteressenten ins Obergeschoss zu seinen Wertsachen geschickt, weil er die Trepe schlecht steigen kann. Einer der Verteidiger fragt später, welcher Dieb einen ganzen Tresor unangetastet lässt und nur Kleinigkeiten stiehlt. Der andere Verteidiger unterstellt eine „Personenverwechslung“. Der Richter hingegen ist überzeugt: Es gebe keinen Zweifel am Wiedererkennen. Deshalb der Schuldspruch gegen beide.

Voriger Artikel
Nächster Artikel