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Neuer Bauantrag für 22 Jahre alten Anbau

Umstrittenes Bauwerk Neuer Bauantrag für 22 Jahre alten Anbau

Die Göttinger Stadtverwaltung brütet seit einigen Monaten über eine Bauvoranfrage und einen Antrag auf Baugenehmigung. Das Merkwürdige: Der Bau wurde bereits vor gut 20 Jahren fertiggestellt und wird seitdem durchgängig genutzt.

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Göttingen. Das Gebäude ist eines der umstrittensten Bauwerke der Stadt. Errichtet hat es der IT-Experte Jürgen Kretschmar ab 1994 als Anbau an sein Wohnhaus in der Friedrich-Jenner-Straße. Seitdem streitet er sich mit der Stadt vor Gericht – zunächst um die von der Stadt angezweifelte Rechtmäßigkeit des Anbaus, dann um Schadensersatz, den er für seiner Auffassung zufolge falsche baurechtliche Entscheidungen des Bauamts fordert.

Zuletzt hatte sich auf Drängen der Landes-CDU die Niedersächsische Landesregierung und der Landtag mit der Rechtmäßigkeit des Anbaus beschäftigt. Mit Blick auf das Thema Schadensersatz und noch bestehende Streitigkeiten zwischen Bauherr und Stadt: die Frage, ob die Stadt auch nach dem 1. Dezember 2004, als die Verwaltung den längst fertigen Anbau dann doch genehmigt habe, vor Gericht dennoch weiterhin behauptete, der Anbau sei wegen Abstandsverstöße unrechtmäßig gewesen.

Auf eine entsprechende CDU-Anfrage im Landtag antwortete das Sozialministerium, „nach Kenntnis der Stadt Göttingen ist eine solche Behauptung nicht aufgestellt worden“ - eine Enttäuschung für Kretschmar, der nach gut zwei Jahrzehnten festgestellt haben will, dass er von Beginn an das Baurecht beachtet habe. Nach dieser scheinbar eindeutigen Aussage zitiert das Ministerium aus einem der vielen der zwischen Kretschmar und Stadtverwaltung geführten Prozessen. Der städtische Rechtsvertreter hatte in einem Schriftsatz vom 22. Oktober 2010 erklärt, „die materielle Baurechtswidrigkeit, um die bekanntermaßen während der ganzen Zeit gestritten wurde“, sei „keineswegs“ beseitigt: „Nach wie vor ist der Anbau des Klägers materiell baurechtswidrig“ - und das, obwohl die Stadtverwaltung den Bau knapp sechs Jahre zuvor offiziell genehmigt hatte.
Die Stadt selbst hat offenbar keine Lust mehr, sich mit der Sache zu befassen. „“Aus hiesiger Sicht“, heißt es in einer aktuellen Mitteilung an das Land, „besteht kein Anlass, zu den neuen Einwänden von Herrn Kretschmar erneut Stellung zu nehmen.“

Weil Kretschmar auf der politischen Schiene offenbar nicht weiterkommt, greift er wieder zum Baurecht: Für den 22 Jahre alten Anbau hat er einen rückwirkenden Bauantrag gemäß der alten Unterlagen samt Bauanfrage gestellt – um mittels Baugenehmigung von der Stadt bestätigt zu bekommen, dass der Anbau den rechtlichen Vorschriften entsprach und entspricht.

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