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Verzicht auf Göttinger Hauptschulen

Gemeinsamer Schulbezirk Verzicht auf Göttinger Hauptschulen

Die beiden Hauptschulen in der Stadt, die Käthe-Kollwitz-Schule in Geismar und die Heinrich-Heine-Schule in Grone, sollen mit dem nächsten Schuljahr keine neuen Schüler mehr aufnehmen und auslaufen.

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Schüler der Heinrich-Heine-Hauptschule demonstrieren vor dem Rathaus mit Transparenten und Briefen für den Fortbestand ihrer Schule.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Dafür hat am Donnerstagabend der Schulausschuss des Rates der Stadt mehrheitlich gestimmt. Nur CDU und der Schülervertreter Alexander Vinnen votierten dagegen.

Beide Schulleiter plädierten für die Beibehaltung eines Hauptschulangebotes. Kinder kämen mit ganz viel Problemen, von der Straße, aus dem Ausland, ohne Sprachkenntnisse und ohne Grundschulerfahrung, sagte die Groner Schulleiterin Silvia Stockburger-Brunnert.

Es gebe Kinder, die einen behüteten Schutzraum in einem kleinen System benötigten, und keine Klassen mit 30 Schülern. „Schaffen sie ein Haus für diese Kinder.“ „In 30er-Klassen wären unsere Kinder verloren“, so Christopher Franzmann-Korff, Schulleiter in Geismar. Zuvor hatten Schüler der Heinrich-Heine-Schule vor dem Neuen Rathaus mit Transparenten und Briefen für den Fortbestand ihrer Schule demonstriert. 48 Unterschriften von Eltern wurden an Schuldezernent Siegfried Lieske (Grüne) übergeben.

„Sie sind in Sorge um die Kinder, wir auch“, sagte Tom Wedrins (SPD). Er glaube, dass auch Gesamtschulen den Auftrag erfüllen könnten. Die SPD sei gegen ein dreigliedriges Schulsystem. Es gehe nicht darum, Gesamtschulen gegen Hauptschulen auszuspielen, sagte Marcel Pache (CDU). „Es gibt aber keinen Grund, um jeden Preis die Hauptschulen zu schließen.“

Die Entscheidung ist Teil einer Vereinbarung mit dem Landkreis über ein gemeinsames Schulangebot im Altkreis Göttingen. 2015 will die Stadt eine dritte Gesamtschule in Weende einrichten. Die Weender Realschule soll ebenfalls auslaufen. Der Schulausschuss der Stadt schloss sich der Bitte des Landkreises an, den Schulbezirk auf die beiden Samtgemeinden Dransfeld und Radolfshausen auszudehnen.

Hauptschule hat keine Zukunft
Von Hauke Rudolph

Grone. Die Heinrich-Heine-Hauptschule steht vor dem Aus. Das hat Schuldezernent Siegfried Lieske dem Ortsrat mitgeteilt. „Ab dem Schuljahr 2015/16 werden keine neuen Schüler mehr aufgenommen“, so der Grünen-Politiker. Das bedeutet, dass die Schule im Jahr 2020, wenn die Fünftklässler dieses Schuljahrs die zehnte Klasse abschließen, endgültig schließen wird.

„Wir hatten dieses Jahr gerade einmal acht Anmeldungen“, sagte Lieske. Zusammen mit acht weiteren Schülern – die beispielsweise von der Gesamtschule abgelehnt wurden – hätten also gerade einmal 16 Schüler die fünfte Klasse begonnen –  zu wenige. Da auch die Käthe-Kollwitz-Schule in Geismar vor der Schließung steht, wird es in wenigen Jahren keine Hauptschule mehr in Göttingen geben. An ihre Stelle soll 2015 eine neue Gesamtschule in Weende treten. Dafür stünden noch der Beschluss des Rates der Stadt und die Genehmigung des Landes ausstehen. Lieske: „Ich bin optimistisch, dass beide kommen.“

Das Gebäude der Heinrich-Heine-Schule dürfte aber auch in absehbarer Zukunft für schulische Zwecke genutzt werden. 2007 wurde es nämlich aus Mitteln des Ganztagsschul-Investitionsprogramms „Zukunft Bildung und Betreuung“ renoviert und mit einem Anbau versehen. Diese Mittel in Höhe von 4,7 Millionen Euro sind für die Dauer von 25 Jahren zweckgebunden – die Stadt müsste sie also an den Bund zurückzahlen, wenn sie die Räumlichkeiten nicht schulisch nutzt. Welche Schule einen Teil ihres Unterrichts in der Backhausstraße 14 abhalten wird, stehe allerdings noch nicht fest, so Lieske.

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Aufnahmestopp von 2015 an
Auch wenn die Heinrich-Heine-Hauptschule schließt: Die Gebäude sollen weiter für schulische Zwecke genutzt werden.

Die Heinrich-Heine-Hauptschule steht vor dem Aus. Das hat Schuldezernent Siegfried Lieske dem Ortsrat mitgeteilt. „Ab dem Schuljahr 2015/16 werden keine neuen Schüler mehr aufgenommen“, so der Grünen-Politiker. Das bedeutet, dass die Schule im Jahr 2020, wenn die Fünftklässler dieses Schuljahrs die zehnte Klasse abschließen, endgültig schließen wird.

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