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Viele Blüten für früh startende Nektarsauger

Alter Botanischer Garten Viele Blüten für früh startende Nektarsauger

Wenn im Frühjahr die ersten Insekten auf Nahrungssuche fliegen, ist das Angebot im März noch nicht sehr groß. Zu den einheimischen Frühblühern gehören Krokusse, Hasel und Märzenbecher, alle zu finden im Alten Botanischen Garten in der Göttinger Innenstadt. An der Unteren Karspüle haben es früh startende Nektarsauger leichter: Exoten wie der Japanische Perlschweif (Stachyurus praecox) ergänzen den Speiseplan. „Der Busch wird gern von Hummeln besucht“, sagt Kerstin Mausolf, technische Leiterin des Universitätsgartens.

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Blüten wie Perlen auf der Schnur: Kerstin Mausolf mit Stachyurus praecox.

Quelle: Hinzmann

Die Chinesische Winterblüte (Chimonanthus praecox) verbreitet schon in den Wintermonaten ihren Duft im System genannten Teil des Gartens. „Die Blüten öffnen sich schon im November“, berichtet Mausolf. Bis Ende März sei die zartgelbe Pracht zu sehen, ungeachtet auch längerer Frostperioden: „Frühjahrsblüher entwickeln durch die Umwandlung von Stärke in Zucker eine Art von Frostschutz.“

Am Bachlauf unterhalb des inneren Walls sind bereits die Blütenstände der Japanischen Pestwurz (Petasites japonicus) zu sehen. Die hellgrünen Pflanzen erinnern an Salatköpfe, aus denen sich doldenförmige Blütenstände entwickeln. Noch sind sie unscheinbar und klein, ausgewachsen allerdings kaum mehr zu übersehen: Die Blätter erreichen eine Größe bis zu einem Meter. Die Pestwurz spielt in der Menschheitsgeschichte nicht nur wegen ihrer Fähigkeit, Krämpfe zu lindern, eine Rolle. Auch ein ganz praktischer Nutzen wird ihr zugeschrieben. „Archäologische Befunde haben ergeben, dass sie früher als Toilettenpapier verwendet wurde“, erzählt Mausolf.

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2013: Der gesamte Innenhof vor dem Farnhaus (links) wurde gepflastert. Neue Bäume hat man bis jetzt nicht gepflanzt. Kleines Bild, 2002: das Farnhaus, rechts noch flankiert von einem großen Baum.

Den ganzen Sommer über rollten die Bagger, im Alten Botanischen Garten wird gewerkelt und gearbeitet. Der Eingangsbereich an der Unteren Karspüle soll umgestaltet, die exotischen Kübelpflanzen besser präsentiert, die Anlage allgemein attraktiver werden. So hatte es die Universität Göttingen angekündigt. Doch bereits jetzt regt sich Unmut über die Maßnahmen.

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